Atemschutz statt Kaffee: Automatenhersteller sattelt um

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Berlin - Es ist mittlerweile „geboten“, in der Öffentlichkeit Atemmasken zu tragen, sagt die Bundesregierung. Ob dem noch eine bundesweit eine Pflicht folgen wird, ist noch nicht klar – aber auch ohne eine solche dürften sich die Schutzmasken in der nahen Zukunft immer weiter im Straßenbild etablieren. Dementsprechend wird sich auch ihr Absatz in den kommenden Monaten entwickeln. Ein gutes Geschäftsfeld, dachte man sich beim Automatenhersteller Flavura – eigentlich auf Kaffee- und Vendingautomaten spezialisiert. Das Berliner Unternehmen hat einen Maskenautomaten auf den Markt gebracht, der auch für Apotheken interessant sein könnte.

Viele Unternehmen und ganze Branchen müssen derzeit umsatteln, weil der eigene Absatz wegbricht oder der Bedarf anderweitig zu groß ist: Da nähen zum Beispiel Theater Atemschutzmasken oder Schnapsbrennereien verkaufen Alkohol zur Herstellung von Desinfektionsmitteln. Ähnlich erging es dem Berliner Unternehmen Flavura, das eigentlich Snack-, Eis-, Kaffee- oder Getränkeautomaten baut und verkauft. Doch die Orte, an denen die meist stehen – Behörden, Fitnessstudios oder Schwimmbäder beispielsweise – sind größtenteils geschlossen. Entsprechend gering ist der Bedarf nach Neuanschaffungen.

Also hat sich Geschäftsführer Holger Ballwanz Gedanken gemacht, was im Moment gebraucht wird und in einen Automaten passt: Atemschutzmasken. „Ich habe selbst bereits im Januar herumtelefoniert, weil ein Kunde zehntausende Masken wollte“, erzählt er. Da sei ihm die Idee gekommen, selbst in das Geschäft einzusteigen. Mittlerweile ist der Bedarf explodiert – ein passendes Gerät zu konstruieren, war keine große Schwierigkeit. „Das Hauptproblem ist nicht der Automat, sondern die Masken“, sagt Ballwanz.

Das sei jedoch mittlerweile so gut wie gelöst – Ballwanz konnte zwei seriöse Lieferanten ausfindig machen, auf die Verlass ist, einer in Deutschland und einer in China. Mit einem sei er eine längerfristige Kooperation eingegangen, sodass der Nachschub sichergestellt ist. „Wir können einen Automaten samt Masken innerhalb von drei bis vier Tagen liefern“, versichert er. In den passen dann rund 100 FFP2- oder 60 FFP3-Masken. „Das ist aber die kleine Version, an einer größeren arbeiten wir bereits.“ Auch mit den derzeit gängigen OP-Masken könne der Apparat bestückt werden. Und vor allem für Apotheken sei der „Maskomat“ – so der Produktname – interessant, sagt Ballwanz.

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