Covid-Medikamente können geordert werden

Zentrale Beschaffung: BMG benennt Apotheken

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Berlin -

Die vom Bundesgesundheitsministerium (BMG) zentral beschafften Arzneimittel zur Therapie schwerwiegender Covid-19-Erkrankungen können jetzt bestellt werden. Über die Bundeswehr werden die Medikamente an 18 ausgewählte Apotheken von Universitätskliniken sowie an Apotheken der STAKOB-Behandlungszentren verteilt, wie das BMG jetzt in einem Schreiben unter anderem an die Abda mitteilt. Die Abgabe erfolgt kostenfrei. Das BMG hat den Bestellweg jetzt vorgegeben.

Das BMG bittet zur Sicherstellung einer ausreichenden regionalen Versorgung darum, zu den 18 ausgewählten Apotheken weitere Klinikapotheken in die Bevorratung einzubeziehen. Am 23. März hatte das BMG mitteilt, dass Chloroquin-haltige Arzneimittel, das HIV-Therapeutikum Kaletra (Lopinavir, Ritonavir) sowie die in Japan zugelassenen Arzneimittel Avigan (Favipiravir) und Foipan (Camostat) zur Behandlung von Covid-19-Patienten mit schweren Verlaufsformen zentral beschafft werden. Sobald die Arzneimittel verfügbar seien, übernehme die Bundeswehr kostenfrei deren gleichmäßige Verteilung. Beliefert würden ausgewählte Apotheken von Universitätskliniken sowie Apotheken von Behandlungszentren des Ständigen Arbeitskreises der Kompetenz- und Behandlungszentren für Krankheiten durch hochpathogene Erreger (STAKOB).

Das BMG weist darauf hin, dass für keines der beschafften Arzneimittel eine Zulassung für die Behandlung von Covid-19 besteht. Auch könne keine allgemeine Therapieempfehlung ausgesprochen werden. „Der Einsatz dieser Arzneimittel ist daher vorzugsweise im Rahmen klinischer Prüfungen durchzuführen und im Rahmen einer Einzelfallentscheidung als individueller Heilversuch im Off-Label-Use zu erwägen“, so BMG-Abteilungsleiter Thomas Müller.

Der Bestellprozess läuft wie folgt ab: Die Klinikärzte treffen die klinisch-therapeutische Entscheidung. Die Einwilligung des Patienten muss in der Patientenakte dokumentiert werden. Über die eigene Krankenhausapotheke beziehungsweise krankenhausversorgende Apotheke erfolgt die „Sonderanfordung“. Die zuständige Krankenhausapotheke oder krankenhausversorgende Apotheke führt eine Plausibilitätsprüfung durch und fordert das Arzneimittel mit dem dazu entworfenen Bestellformular bei der nächstgelegenen, vom BMG beauftragten Krankenhausapotheke an. Die vom BMG zur Verteilung der Arzneimittel beauftrage Krankenhausapotheke gibt Arzneimittel an die bestellende Apotheke weiter. Belieferte Kliniken sollen bei Bedarf die Arzneimittel an weitere Kliniken im Umkreis verteilen und können diese außerdem untereinander austauschen. Restmengen können für weitere Patienten genutzt werden.

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