Zentrale Beschaffung

Klinikapotheker: Kein Run auf Anti-Corona-Arzneimittel , Uhr

Berlin - Das Bundesgesundheitsministerium (BMG) hat bundesweit 18 ausgewählte Apotheken von Universitätskliniken sowie Krankenhausapotheken der STAKOB-Behandlungszentren damit beauftragt, zentral beschaffte Arzneimittel zur Therapie schwerwiegender Covid-19-Erkrankungen zu verteilen. Unter anderem ist die München Klinik Schwabing zuständig für die Regionen Oberpfalz und Franken in Bayern. Dr. Steffen Amann, Chefapotheker der Krankenhausapotheke der München Klinik, hat Bestellungen in niedriger zweistelliger Höhe erhalten und abgewickelt: „Ich hätte mit mehr gerechnet“, so Amanns erstes Fazit.

Über die Bundeswehr hat das BMG das HIV-Therapeutikum Kaletra (Lopinavir, Ritonavir) sowie die in Japan zugelassenen Arzneimittel Avigan (Favipiravir) und Foipan (Camostat) und Chloroquin-haltige Arzneimittel zur Behandlung von Covid-19-Patienten mit schweren Verlaufsformen zentral beschafft. Die Bundeswehr hat die Arzneimittel gleichmäßig über die 18 Stellen verteilt. Die neu geschaffene Verteilungsstruktur könnte zusätzlich an Bedeutung gewinnen, wenn das BMG eventuell weitere Arzneimittel oder später einmal Impfstoffe verteilt.

Die München Klinik Schwabing ist eine von zwei Verteilstellen in Bayern und das einzige STAKOB-Behandlungszentrum im Freistaat – diesen Zentren kommt bei der bundesweiten Versorgung von Patienten mit hochansteckenden Erregern eine besondere Bedeutung zu, da sie eine besondere infektiologische Expertise im Bereich des Personals, der technischen Ausstattung und der Labordiagnostik vorhalten. Außerdem verfügt die München Klinik über Erfahrung mit der Corona-Infektion: In Schwabing wurden Ende Januar die ersten Covid-19-Patienten in Deutschland behandelt. Seit der weiteren Verbreitung des Erregers Sars-CoV-2 in Deutschland hat die Klinik über 600 Covid-19-Patienten behandelt, über 500 Patienten konnten bereits entlassen werden.

Der zentral gesteuerte Prozess zur bundesweiten Verteilung der antiviralen Medikamente ist ein weiterer Schritt, die Versorgung von Covid-19-Patienten flächendeckend auszubauen. „Es ist wichtig, dass die Verteilung dieser knappen Arzneimittel sehr gezielt und mit der pharmazeutisch-logistischen Expertise durch die Krankenhausapotheken erfolgt. Sobald ein Arzneimittel als mögliche Medikation für Covid-19-Patienten diskutiert wird, ist der Markt leergekauft. Das haben wir bei Hydroxychloroquin (z.B. Quensyl) oder Lopinavir mit Ritonavir (z.B. Kaletra) gesehen, bis hin zu Versorgungsnöten der Patienten, die diese Arzneimittel regelhaft benötigen. Wir geben die Arzneimittel, die für Covid-19-Patienten nicht zugelassen sind, nur für konkrete Patienten zum individuellen Heilversuch aus. So ist sichergestellt, dass Patienten damit behandelt werden können und nicht Vorräte angelegt werden“, so Chefapotheker Amann.

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