Corona-Krise stürzt Kliniken in Finanznot

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Berlin - Es klingt paradox: Wegen der Corona-Pandemie geraten viele Krankenhäuser in Geldnot. Die staatlichen Finanzhilfen für nicht belegte Betten würden nicht ausreichen, kritisiert die Bayerische Krankenhausgesellschaft. Das Bundesgesundheitsministerium schließt weitere Zahlungen nicht aus.

Die Corona-Epidemie treibt wegen fehlender Patienten viele Krankenhäuser in akute Finanznot. Die Bayerische Krankenhausgesellschaft fürchtet, dass die coronabedingte schwache Auslastung heuer viele Häuser in die roten Zahlen treiben könnte, die bisher noch ausgeglichene Etats hatten. „Die finanziellen Ausgleichszahlungen, die der Bundestag beschlossen hat, stellen sich als unzureichend dar“, sagt Geschäftsführer Siegfried Hasenbein. Das Bundesgesundheitsministerium will die Lage genau beobachten und schließt weitere Hilfen nicht aus.

Derzeit sind viele Krankenhausbetten nicht belegt, weil die befürchtete Welle der Covid-19-Patienten ausgeblieben ist. Viele geplante Eingriffe wurden aber extra abgesagt. Der Regulärbetrieb soll in den nächsten Wochen schrittweise wieder aufgenommen werden. Der Bund zahlt zwar 560 Euro Ausgleich pro Tag für jedes nicht belegte Bett, aber das gleicht nach Angaben der Krankenhausgesellschaft die Umsatzverluste nicht aus. „Das ist für die meisten Häuser nicht ausreichend, vor allem für die, die komplexere Fälle haben“, sagte Hasenbein dazu.

Das St. Theresien-Krankenhaus Nürnberg appelliert mit einem Brandbrief an Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, den Krankenhäusern zu helfen. „Die jetzige Regelung stellt uns vor existenzielle Herausforderungen“, schreibt Geschäftsführerin Regina Steenbeek-Schacht an den CDU-Politiker. Nach Angaben der Krankenhausmanagerin ist auch die Vergütung für die Behandlung von Corona-Patienten auf den Intensivstationen in vielen Fällen nicht kostendeckend, weil diese oft sehr lange im Krankenhaus bleiben.

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