Spahn rekrutiert Medizinstudenten für Kliniken und Praxen

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Berlin - Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) will das für Mitte April geplante 2. Staatsexamen für Medizinstudenten verschieben und so mehr Fachpersonal für Betreuung von Corona-Infizierten in den Kliniken und Arztpraxen gewinnen. Statt des 2. Staatsexamens sollen die rund 4500 angehenden Ärzte ihr Praktisches Jahr (PJ) in Krankenhäusern und Praxen beginnen. 2. und. 3. Staatsexamen werden dann ein Jahr später zusammen absolviert. Die Verordnung sieht ausdrücklich vor, dass die Medizinstudenten bei der Betreuung von Corona-Patienten eingesetzt werden können. Die Corona-Pandemie soll Prüfungsthema werden.

Die Weltgesundheitsorganisation habe am 30. Januar 2020 den Ausbruch des neuartigen Coronavirus zu einer gesundheitlichen Notlage von internationaler Tragweite ausgerufen. Auch in Deutschland breite sich das Virus aus und es erkrankten immer mehr Menschen an COVID-19, heißt es in der Verordnung, die auf dem letzte Woche geänderten Infektionsschutzgesetzes (IfSG) basiert. Die zunehmende Ausbreitung des Virus hat laut Verordnung auch Auswirkungen auf den Ablauf des Medizinstudiums. Viele Universitäten hätten bereits den Lehrbetrieb zunächst bis zum 20. April 2020 eingestellt.

„Auch der für Mitte April 2020 angedachte Zweite Abschnitt der Ärztlichen Prüfung wird voraussichtlich nicht planmäßig in allen Ländern durchgeführt werden können“, so die Verordnung weiter. Um das Fachpersonal in den Kliniken und Praxen bei der Bekämpfung der epidemischen Lage von nationaler Tragweite zu unterstützen, könnten auch die Medizinstudierenden schon im Rahmen ihres Studiums in der Gesundheitsversorgung mitwirken. Sie leisteten so schon vor dem eigentlichen Start in das Berufsleben Arzt einen „wichtigen Beitrag zur Bekämpfung der Epidemie“. Es dürften den Medizinstudenten dadurch aber so gut wie keine Nachteile im Studienfortschritt entstehen. Deshalb werde der Beginn des Praktischen Jahres vorübergehend flexibilisiert.

„Die Medizinstudierenden, die bereits zum Zweiten Abschnitt der Ärztlichen Prüfung zugelassen sind, beginnen auch dann mit dem Praktischen Jahr, wenn der Zweite Abschnitt der Ärztlichen Prüfung wegen der epidemischen Lage nicht durchgeführt werden kann. Sie legen in diesem Fall den Zweiten und Dritten Abschnitt der Ärztlichen Prüfung erst nach dem Praktischen Jahr ab“, so die Verordnung. Eine Übergangsregelung gewährleiste, dass das Studium auch nach Aufhebung der Feststellung der epidemischen Lage von nationaler Tragweite ohne Auswirkungen auf den Studienfortschritt fortgesetzt werden könne. Den Studierenden entstünden somit insgesamt keine wesentlichen Nachteile im Studienablauf.

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