Auch PCR-Test ungenau

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Berlin - Momentan werden pro Tag allein in Deutschland mehrere tausend Tests auf Sars-CoV-2 durchgeführt. Ein negatives Ergebnis stellt für viele Menschen eine Erlösung dar. Doch Wissenschaftler warnen nun vor ungenauen Tests und falschen Resulaten. Je nachdem, in welchem Infektionsstadium sich der Patient befindet, fallen bis zu 40 Prozent der Tests negativ aus.

Ein negatives Ergebnis allein reiche nicht unbedingt aus, um eine Covid-19-Infektion auszuschließen – so lautet das Fazit einer Studie aus dem Fachmagazin „Annals of Internal Medicine“. Forscher der Johns Hopkins University warnen, dass die standardmäßig angewandte PCR-Methode allein nicht sehr aussagekräftig sei. Die Wissenschaftler hatten insgesamt sieben Studien zur Verlässlichkeit der Tests ausgewertet. Das Ergebnis: Im Mittel lieferten 20 Prozent der Tests ein falsch-negatives Ergebnis. Wie hoch diese Quote ausfällt, sei abhängig vom Infektionsstadium.

Mehr als 1300 Patienten waren in die Untersuchungen eingeschlossen. Die falschen Ergebnisse zeigten an, dass die Patienten nicht mit Sars-CoV-2 infiziert waren – weitere Tests hingegen fielen positiv aus und zum Teil konnten Antikörper nachgewiesen werden.

Zeitpunkt der Probennahme

Die Wissenschaftler zeigten auch, dass der Zeitpunkt der Probenentnahme einen Einfluss auf die Zuverlässigkeit der Tests hat. In den ersten drei Tagen nach der Infektion war es so gut wie unmöglich, Viren vom Typ Sars-CoV-2 nachzuweisen. Die Forscher schlussfolgerten, dass so früh vorgenommene Tests unbrauchbar sind und dass ein Test 72 Stunden nach möglicher Infektion nicht durchgeführt werden müsste. Fünf Tage nach der Infektion stieg die Verlässlichkeit der Tests. Dennoch blieben 40 Prozent der Ergebnisse falsch-negativ. Bis zum achten Tag verringerte sich die Fehlerquote auf 20 Prozent, danach stieg sie wieder. Der beste Zeitpunkt zur Probennahme sei folglich der achte Tag, respektive der dritte Tag nach Einsetzen der Symptome, so die Wissenschaftler.

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