Wegen Personalnot: Apothekerin wird Trojaner-Opfer

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Berlin -

Personalmangel und fehlende Bewerbungen auf offene Stellen sind in vielen Apotheken ein nur zu gut bekanntes Problem. Umso froher sind Apotheker über jede Bewerbung, die im Postfach landet. Doch manche Schreiben, die derzeit als E-Mail rumgehen, enthalten eine Schadsoftware. Eine Apothekerin aus dem hessischen Geisenheim ging den Betrügern auf den Leim.

Kristina Singhof ist seit 1998 Inhaberin der Rheingau-Apotheke. Wie viele Kollegen ist auch sie auf der Suche nach neuen Mitarbeitern. Mehrere Stellen, unter anderem als PTA in Teilzeit und als Apotheker in Vollzeit, sind derzeit auf der Homepage ihrer Apotheke ausgeschrieben. Doch Bewerber gibt es kaum. Da kam vor zwei Wochen eine E-Mail gerade recht, denn diese sollte die Bewerbung einer gewissen Lena Kretschmer enthalten.

Auch das Anschreiben wirkte vielversprechend, stellte sich die angebliche Frau Kretschmer doch als „leistungsbereiten Mitarbeiter“ vor. Der Haken versteckte sich jedoch in den Anhängen. Statt Lebenslauf und Zeugnissen enthielt der Ordner einen Trojaner, also eine Schadsoftware. „Ein bisschen war ich selbst schuld, das waren keine Pdfs“, gibt sich Singhof selbstkritisch. Normalerweise sei sie vorsichtig, was E-Mails angeht, aber hier habe die Neugier gesiegt.

„Man ist ja froh, wenn die Leute Interesse haben“, erklärt die Apothekerin, warum sie die Mail trotz ihrer Bedenken geöffnet hat. Mit dem Klick war das Unheil passiert, die schädliche Software verschlüsselte alle Dateien auf ihrem Bürocomputer. Fortan ging nichts mehr auf dem PC. Der Betrüger forderte zudem 1500 US-Dollar, um den Schaden zu beheben. Bezahlt werden sollte die Summe in der Internetwährung Bitcoin. Darauf ging Singhof jedoch nicht ein.

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