Virus in PTA-Bewerbung | APOTHEKE ADHOC
Cyber-Attacke

Virus in PTA-Bewerbung

, Uhr
Berlin -

In Zeiten von Personalnot freuen sich die meisten Apotheker über jede Bewerbung – über fast jede. Unerfreulich wird es, wenn sich die vermeintliche Bewerbung per Mail als Cyber-Attacke herausstellt. Im Fall einer bayerischen Apotheke war die Schadsoftware gut getarnt. Der Inhaber hatte aber vorgesorgt, so dass ihm Ärger erspart blieb.

Ein „Marcel Meyer“ hatte sich als PTA bei der Park-Apotheke in Dorfen beworben. Da die Apotheke aktuell tatsächlich Personal sucht, war Inhaber Jens Krautscheid von der Bewerbung nicht sonderlich überrascht.

Zumal das Anschreiben professionell klang: „Hiermit bewerbe ich mich bei Ihnen für die Stelle als Pharmazeutisch-technischer Assistent. Meine vollständigen Bewerbungsunterlagen können Sie dem Anhang entnehmen. Ich freue mich auf Ihre Rückmeldung und stehe Ihnen bei Rückfragen jederzeit gerne zur Verfügung.“

In den Anlagen sollten neben dem Lebenslauf, Zeugnissen und weitere Zertifikate enthalten sein. Angehängt war eine Datei des Typs pdf sowie eine Excel-Tabelle. Letztere enthielt zusätzlich einen vermeintlichen „Kompetenztest“ des Bewerbers – allerdings „mit einem knackigen Virus“, wie Krautscheid es ausdrückt.

Probleme mit Excel-Dateien können auftreten, wenn in den Makros genannten Programmierschnipsel Dateioperationen versteckt sind. Auf diese Weise kann sich Schadsoftware installieren, wenn die Datei geöffnet wird und das System so eingestellt ist, dass Makros automatisch ausgeführt werden. Computerexperten raten, diese Funktion auf jeden Fall zu deaktivieren und nur bei vertrauenswürdigen Dateien freizugeben.

Bei Krautscheid konnte die Datei keinen Schaden anrichten: „Mein Betriebssystem ist immun“, sagt der Apotheker. Er kennt solche Betrugsversuche schon. Dieses Anschreiben sei aber besser gemacht gewesen als andere, weshalb er die Kollegen warnen möchte. Einen Systemausfall hatte er nicht zu verschmerzen – die Stelle konnte er aber auch noch nicht besetzen.

Das Problem ist in Apotheken bekannt: Zuletzt war eine Wolfsburger Apotheke Opfer eines Hacker-Angriffs geworden. Sie hatte eine E-Mail mit einem Trojaner erhalten, der die Word-Dateien auf dem betroffenen Rechner sperrte, ein Erpresserschreiben folgte. Auch eine Apotheke aus Emmerich erhielt eine falsche Bewerbung.

Newsletter
Das Wichtigste des Tages direkt in Ihr Postfach. Kostenlos!

Hinweis zum Newsletter & Datenschutz

Mehr zum Thema
Mehr aus Ressort
Verbandschef: Milliardenaufwand für Apotheken
Nullretaxation: „Die Verbände haben Fehler gemacht“ »

APOTHEKE ADHOC Debatte

Weiteres
Neues Apothekenstärkungsgesetz
Overwiening fordert VOASG 2.0»
Anhörung im Gesundheitsausschuss
Zwei Apothekerinnen, viele Themen»
„Objektiverer Maßstab erforderlich“
Kassen: Botendienst nur bei Behindertenausweis»
Apotheker kämpfen um Gärtnerei
Für PTA und PKA: Der Garten muss bleiben!»
„Aufgaben der PTA werden immer umfangreicher.“
PTA-Förderpreis: 18. Veranstaltung mit starker Resonanz»
Herzinfarkt, Schlaganfall & Nierenschäden
Diabetes als Risikofaktor»
A-Ausgabe Dezember
90 Seconds of my life»
Das Kindermagazin der my life Familie
Platsch»
Kompetenter Begleiter für alle Leser:innen ab 60
my life Senioren»
Schwangere sind nicht automatisch befreit
Retaxgefahr: Zuzahlung in der Schwangerschaft»
Mehrkosten, Belieferung & Heilung
Retaxgefahr: BG-Rezept»
Schlüsselrolle bei wichtigen Stoffwechselfunktionen
Hautvitamin B2: Vorstufe von Coenzymen»
Trockene Haut, Rötungen und Entzündungen
Handekzeme: Ursache, Symptome, Behandlung»