Internetkriminalität

E-Mail-Betrug: BVpta-Vorsitzende gehackt

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Berlin -

Verstärkt in der Ferienzeit versuchen Internetbetrüger mit gefälschten E-Mails schnell an Geld zu kommen. Kriminelle hacken sich in E-Mail-Postfächer und verschicken an den Verteiler Nachrichten mit der Aufforderung, schnell Geld in ein bestimmtes Land zu überweisen. Auch Sabine Pfeiffer van Rijswijk, Vorsitzende des Bundesverbandes Pharmazeutisch-technischer AssistentInnen (BVpta), ist Opfer geworden.

Die Betrugsmasche ist nicht neu. Seit Jahren versuchen Kriminelle mit vermeintlichen Hilferufen aus dem Ausland an Geld zu gelangen. Sie schreiben in der E-Mail im Namen des Opfers, dass beispielsweise eine Tasche samt Reisepass, Geld und Kreditkarten verloren gegangen sei. Kontakt mit der Botschaft sei hergestellt. Man benötige dringend Geld für Hotel- und Flugrechnungen. Die Bank könne so schnell nicht einspringen.

Die geforderte Summe kann rund 1000 Euro betragen. Freunde und Bekannte sollen über Western Union überweisen. Im Fall von Pfeiffer van Rijswijk schrieben die Betrüger, die BVpta-Vorsitzende halte sich in der Ukraine auf. „Ich bin sicher und glücklich zu Hause und nie in der Ukraine gewesen“, betont sie in einer Nachricht. Die Empfänger der gefälschten E-Mail sollten „bitte nicht“ auf die Aufforderung reagieren.

Der Verbraucherzentrale Bundesverband rät Empfängern, nicht auf solche E-Mails zu reagieren. Wenn ein Betrugsversuch identifiziert werde, sollte nicht auf Links geklickt oder Dateianhänge geöffnet werden. Stattdessen sollten Betroffene die E-Mail löschen. Auch die Polizei empfiehlt, nicht auf die Aufrufe zu reagieren. Zudem sollten keine Lesebestätigungen geschickt werden.

Betroffene wie Pfeiffer von Rijswijk sollten nach der Hacker-Attacke alle Passwörter des Computers ändern sowie ein neues E-Mail-Postfach anlegen. Die persönliche Ansprache der angeschriebenen Personen hat laut Polizei in der vergangenen Zeit stark zugenommen. Dadurch solle das Vertrauen gegenüber dem Absender verstärkt werden, so dass weitere Aktionen des Opfers unüberlegt ausgeführt würden.

Auch der Adexa-Vorsitzende Andreas May wurde schon bei Facebook gehackt. Über den Messenger-Dienst wurden im April Nachrichten an seine Kontakte mit vermeintlichen Youtube-Videos geschickt. Die Betrüger wollten damit vermutlich Passwörter abgreifen. Betroffen war Mays privates Konto. Er selbst hat den Zugang im Anschluss gelöscht. „Privat stand für mich schon länger fest, dass ich da raus will.“ Der Hacker-Angriff habe seinen Entschluss letztlich bestärkt.

Hackerangriffe gibt es auch immer wieder auf Apotheken. Ende 2016 etwa hatte sich ein angeblicher „Marcel Meyer“ als PTA bei einer bayerischen Apotheke beworben. Als Anhang war jedoch kein Anschreiben, sondern ein Virus beigefügt. Ein Wolfsburger Kollege hatte eine E-Mail mit einem Trojaner erhalten, der die Word-Dateien auf dem betroffenen Rechner sperrte, ein Erpresserschreiben folgte. Vor einem Jahr wurde Beiersdorf von einem Hacker-Angriff getroffen. Dabei entstanden Kosten von 35 Millionen Euro.

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