„Apotheker gehen sorglos mit IT-Sicherheit um“

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Berlin - Ein Verschlüsselungstrojaner hat in den vergangenen Wochen mehrere Apotheken lahmgelegt. Die Inhaber konnte nicht mehr auf Daten zugreifen und sollten Lösegeld zahlen. Diese Art der Angriffe hat laut IT-Fachmann Christoph Brandtner deutlich zugenommen. Der Geschäftsführer der VSA attestiert Apotheken einen nachlässigen Umgang mit dem Thema und warnt davor, sich alleine auf einen Virenscanner zu verlassen.

ADHOC: Greifen Computerviren Apotheken gezielt an?
BRANDTNER: Die E-Mails mit Bewerbungsschreiben von PTA hat fast jeder Apotheker erhalten. Das Virus hat aber nur ein paar Prozent erwischt. Wie viele tatsächlich betroffen waren, lässt sich schwer sagen, da die Dunkelziffer hoch ist. Den Leuten ist es peinlich. Gefährdet sind Unternehmen und Privatpersonen gleichermaßen. Bewerbungsschreiben oder Mahnungen sind Klassiker, die jeder kennt. Auch wir haben E-Mails mit Anschreiben für IT-Jobs bekommen. Irgendwann wird es aber jeden erwischen.

ADHOC: Hat Cyber-Kriminalität zugenommen?
BRANDTNER: Ja. Es gibt aktuell eine massive Entwicklung hin zu Erpressungen durch Kriminelle. Früher waren die Viren bösartig und haben die Nutzer geärgert. Mit den neuen Verschlüsselungstrojanern – sogenannte Ransomware – öffnet sich ein großer neuer Markt. Diese Entwicklung hat im vergangenen Jahr deutlich zugenommen.

ADHOC: Sind Apotheken auf die gestiegenen Angriffe vorbereitet?
BRANDTNER: Nein. Apotheker sind Anwender, die sorglos mit dem Thema umgehen. Als Windows XP 2014 abgekündigt und nicht mehr gepatcht, also nicht mehr mit Sicherheitsupdates versorgt wurde, gab es bei Pharmazeuten keine große Akzeptanz, das Betriebssystem zu ändern. Noch immer haben manche dieses für Virenangriffe sehr anfällige System auf dem PC. Andere denken, sie sind nur noch wenige Jahre im Beruf und müssen nicht auf aktuelle Versionen umsatteln. Und wer aber glaubt, sich dann alleine auf den Virenscanner verlassen zu können, der irrt.

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