Berufserlaubnis

„Unwürdigkeit“: Drogennacht kostet die Approbation

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Derart ausgestattet machten sie sich zurück auf dem Heimweg, als die Tabletten zu wirken begannen. Was die Frau offenbar selbst nicht wusste: Sie hatte eine genetische Disposition zu maligner Hyperthermie. Zuhause angekommen entfaltete die ihre verheerende Wirkung: „Sie schwitzte, weil ihre Körpertemperatur rasant anstieg, wälzte sich nackt auf dem Boden, neben dem Kiefer wurden auch ihre Hände steif, sie schlug sich aufgrund der Veränderungen in ihrer Skelettmuskulatur, die zu verfallen begann, gegen Oberschenkel und Hüfte, hyperventilierte, war vigilanzgemindert, hatte Bauchschmerzen und fiel mindestens einmal von der Couch“, beschreibt das Gericht den tödlichen Horrortrip.

Und was machte der anwesende Arzt? Er wertete die Anzeichen als psychisch und ging davon aus, dass es ihr wegen der Trennung so schlecht ging. Und nicht nur das, er tat das vielleicht dümmste, was man in dieser Situation hätte tun können: Er teilte sich vier weitere Tabletten Ecstasy mit dem Opfer, zwei pro Person. Wenig überraschend ging es daraufhin mit der Frau weiter rasant bergab, sie versteifte sich und begann heftig zu hyperventilieren. Statt einen Notarzt zu rufen, gab er ihr eine Tüte, in die sie zurückatmen sollte. Weiter half er dann auch nicht – sondern legte sich neben sie auf die Couch und schlief ein. Da war es bereits Vormittag. Doch die Frau begann, über Hitzewallungen und starke Bauchschmerzen zu klagen. Zwischen 11 und 11.30 Uhr entschloss er sich deshalb, sie mit Novalgin-Tropfen (Metamizol) zu versorgen. Nackt stieg er von der Couch auf und verließ die Wohnung, um die Tropfen aus dem Keller zu holen – und sperrte sich dabei aus.

So stand er mittags nackt und mit hunderten mg MDMA im Blut vor der eigenen Haustür und versuchte, die Frau zu wecken. Doch weder Klopfen an der Tür noch mehrmalige Anrufe auf dem Handy halfen. Also ging er aus dem Haus, um von außen durchs Wohnungsfenster zu schauen. Seiner Wahrnehmung nach hob und senkte sich der Brustkorb der Frau da noch, sie schien nur zu schlafen. Also rief er den Schlüsseldienst, der ihn schließlich gegen halb eins in die Wohnung ließ – wo er seine ehemalige Geliebte tot auffand.

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