Keine Verhaltensänderung trotz 40.000 Euro Bußgeld

Jahrelang verfallene Medikamente: Approbation weg

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Berlin -

Machen sich Ärzte oder Apotheker eines groben Fehlverhaltens schuldig, drohen ihnen der Verlust der Zulassung beziehungsweise Betriebserlaubnis oder im schlimmsten Fall der Entzug der Approbation. Eine Tierärztin hat es so weit getrieben, dass sie wegen verfallener Medikamente nicht mehr in ihrem Beruf arbeiten darf.

Im Juli 2009 war einer Tierärztin aus Nordrhein-Westfalen die Approbation entzogen worden. Die Aufsichtsbehörde sah damals eine Unwürdigkeit und Unzuverlässigkeit, die der Ausübung des tierärztlichen Berufs entgegenstehe: Seit Jahren lagere sie abgelaufene und nicht zugelassene beziehungsweise registrierte Arzneimittel und gebe sie in den Verkehr.

Den Einwand, sie könne nicht alle Medikamente in ihrer Praxis kennen, ließ das Verwaltungsgericht Minden nicht gelten und wies die Klage der Tierärztin im vergangenen Oktober ab. Der Eindruck ihrer Unbelehrbarkeit, Uneinsichtigkeit und Beharrlichkeit werde vielmehr dadurch bestärkt, dass eine Verhaltensänderung weder durch gegen sie seit dem Jahr 2003 verhängte Buß- und Zwangsgelder in Höhe von insgesamt über 40.000 Euro noch durch straf- und berufsgerichtliche Verurteilungen herbeigeführt worden sei, so die Richter.

Auch das Oberverwaltungsgericht Nordrhein-Westfalen kam zu keiner anderen Einschätzung: Ihr Vortrag, sie habe Präparate in einer Vielzahl von Fällen in ihrer Praxis vorrätig gehabt, „ohne im Einzelnen positive Kenntnis zu haben“, verkenne, dass sie die für ihre Berufstätigkeit einschlägigen arzneimittelrechtlichen Vorschriften zu kennen und zu beachten habe. „Dies schließt insbesondere die regelmäßige Kontrolle ihrer Hausapotheke als zum Kernbereich ihrer tierärztlichen Tätigkeit gehörende Berufspflicht ein.“ Dass ihr Verhalten fünf Jahre lang nicht beanstandet worden sei, ließen die Richter ebenfalls nicht gelten.

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