Kommentar

Sittsam am Pranger

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Berlin -

Apotheker stehen unter besonderer Beobachtung – es geht um ihre Integrität, in die die Patienten uneingeschränkt vertrauen können sollen. Wer sich als Heilberufler in den rechtlichen Graubereich begibt, der spielt mit dem Feuer: Ihm droht neben strafrechtlichen Konsequenzen der Approbationsentzug. Aber ist das berufliche Todesurteil noch zeitgemäß? Ein Kommentar von Patrick Holllstein.

Der Apotheker in seiner Apotheke: Dieser Grundsatz gilt in Deutschland nach wie vor, auch wenn er von Kritikern gerne belächelt und als Anachronismus abgetan wird. Dabei sind Fremdbesitzverbot, Apothekenpflicht und Festpreisbindung genau genommen gar keine Privilegien, sondern ordnungspolitische Notwendigkeiten, um den Anspruch an die Verantwortlichen in der Arzneimittelversorgung überhaupt erst durchsetzen zu können: Der Apotheker haftet mit seiner gesamten beruflichen und privaten Existenz – wo gibt es so etwas heute noch?

Dass Apotheker und Ärzte mit einem totalen Berufsverbot bestraft werden, ist äußerst selten. Doch es gibt Fälle, in denen dieses letzte Mittel zum Einsatz kommt. Es geht um das ungetrübte Vertrauen der Bevölkerung in die Apothekerschaft, um „Untadeligkeit in allen berufsbezogenen Bereichen“ und darüber hinaus. Apotheker werden in der Rechtsprechung als ein „Element des wichtigen Gemeinschaftsguts der Volksgesundheit“ gesehen.

Hellhörig machen sollten einen aber die Einschränkungen, die von Parteien und Richtern in Verfahren zum Approbationsentzug regelmäßig vorgetragen werden: Auch den Angehörigen der Heilberufe sei heute nicht mehr in jeder Beziehung eine integre Lebensführung auferlegt, heißt es da. Unterstellt die Justiz einen Sittenverfall im Apothekenmarkt?

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