Steuerbetrug

Ab 100.000 Euro ist die Approbation weg

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Berlin -

Als Apotheker Steuern zu hinterziehen, kann die Approbation kosten. Doch nicht immer können die Aufsichtsbehörden mit voller Härte durchgreifen. Ein Apothekenleiter aus Bayern hatte den Fiskus über einen Zeitraum von fünf Jahren hinweg um mehr als 90.000 Euro geprellt – zu wenig, um ihm seine berufliche Grundlage zu entziehen, entschied jetzt das Verwaltungsgericht Augsburg (VG).

Der 1947 geborene Pharmazeut betreibt seit 1989 eine eigene Apotheke. Anfang 2006 stellte ihm der Außendienstler seines Großhändlers einen Privatkatalog vor; der Apotheker bestellte dort Ware, welche in gesonderten Paketen zusammen mit den regulären Touren angeliefert wurde. Die Privatbestellungen machte er in voller Höhe als Betriebsausgaben der Apotheke geltend; von 2007 bis 2012 entgingen dem Fiskus so Steuereinnahmen von 91.978 Euro.

Der Apotheker argumentierte im Steuerstrafverfahren, er habe sich um die Verbuchung beziehungsweise Versteuerung nicht gekümmert, da er davon ausgegangen sei, dass sein Lieferant ihm eine gesonderte Rechnung schicke oder den Betrag auf andere Weise so ausweise, dass er verbucht werden könne. Da er seit Jahrzehnten mit der Buchhaltung nur sporadisch in Kontakt komme, wenn er einmal im Jahr seine Steuererklärung unterschreibe, habe er sich keine Gedanken gemacht.

Im Dezember 2014 wurde er wegen Steuerhinterziehung zu einer Geldstrafe von 300 Tagessätzen à 400 Euro verurteilt, insgesamt also 120.000 Euro. Das Gericht informierte die Bezirksregierung, die im Juni 2015 die bereits 1974 erteilte Approbation widerrief. Die Behörde verwies auf Paragraf 6 der Bundesapothekerordnung (BApO), die diese Maßnahme für Fälle vorsieht, in denen ein Apotheker sich „eines Verhaltens schuldig gemacht hat, aus dem sich seine Unwürdigkeit oder Unzuverlässigkeit zur Ausübung des Apothekerberufs ergibt“.

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