Westfalen-Lippe

Amtsapotheker schließt vier Apotheken

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Berlin -

Im Hochsauerlandkreis hat der zuständige Amtsapotheker vier Apotheken zwangsgeschlossen. Vorangegangen waren jahrelange Auseinandersetzungen. Da der Apotheker sich einer entsprechenden Anordnung widersetzt hatte, wurden die Türen am Donnerstag unter Polizeischutz versiegelt.

Der Inhaber ist in der lokalen Apothekerszene kein Unbekannter: Gegen den 59-jährigen, der insgesamt vier Apotheken betreibt, wurden seit Jahren immer wieder Vorwürfe bekannt. Teilweise sollen auch schon Gerichtsverfahren geführt worden sein. Dutzende Verstöße sind protokolliert, mehr als 40 Seiten fasst die Akte mit den Anschuldigungen. Vom Personal über die Öffnungszeiten bis hin zu Dokumentation und den Abgabevorschriften reichen die Versäumnisse.

Am Ende befand der zuständige Amtsapotheker des Hochsauerlandkreises, dass der Apotheker nicht mehr die erforderliche Eignung zur Leitung einer Apotheke besitzt. Am Mittwoch wurde die Urkunde zugestellt. Am Tag darauf hätte die Apotheke daher geschlossen sein müssen; zwei Tage lang hätte vorbestellte Ware noch durch die Notdienstklappe abgegeben werden dürfen.

Doch beim Kontrollbesuch am Donnerstag wurde festgestellt, dass die Hauptapotheke nach wie vor geöffnet war. Unter Polizeischutz wurden die Geschäftsräume versiegelt. Betroffen waren die Hubertus-Apotheke, die dem Apotheker seit 2009 gehört, und die Settmecke-Apotheke in Sundern, die er seit 1985 betreibt. Letztere hatte wegen Karneval ohnehin geschlossen.

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