Rezeptbetrug: Beihilfe kostet Approbation

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Berlin -

Nicht nur Abrechnungsbetrug, sondern auch die Beihilfe dazu kann Apotheker die Approbation kosten. Dies hat der Bayerische Verwaltungsgerichtshof in München entschieden. Eine Apothekerin hatte gegen den Widerruf ihrer Approbation durch die Regierung von Oberfranken geklagt. Zuvor war sie wegen ihrer Beteiligung am Abrechnungsbetrug durch zwei Privatpatienten in 18 Fällen verurteilt worden.

Im November 2009 hatte das Landgericht Bayreuth die Apothekerin zu einer Haftstrafe auf Bewährung verurteilt. Sie hatte über einen Zeitraum von vier Jahren Privatrezepte über Helixate Nexgen (Blutgerinnungsfaktor VII, Bayer) quittiert und die darauf verschriebenen Arzneimittel nur teilweise oder gar nicht abgegeben.

Ein Ehepaar hatte die Rezepte für seine Kinder bei der AXA-Krankenversicherung abgerechnet und so einen Schaden bei der Versicherung von mehr als 1,3 Millionen Euro verursacht.

Die Regierung von Oberfranken widerrief im Oktober 2010 die Approbation der Apothekerin, nachdem sie die Betriebserlaubnis bereits freiwillig abgegeben hatte. Ihr Verhalten sei unwürdig im Sinne der Bundesapothekerordnung. Eine Klage vor dem Bayerischen Verwaltungsgericht gegen die Entscheidung wurde später abgewiesen.

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