Trotz Corona: Ämter drangsalieren Apotheker

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Berlin - In vielen Apotheken herrscht angesichts der fortschreitenden Corona-Krise Land unter: Lieferengpässe müsse bewältigt, der Kundenansturm reguliert und das Personal vor Infektionen geschützt werden. Als gäbe es nicht schon genug zu tun, flattern in einige Apotheken in diesen Tagen Briefe vom Finanzamt, die eine Steuerprüfung ankündigen, oder von einer Apothekerkammer, die an die Beantragung des Heilberufeausweises erinnert. Und die ABDA-eigene Agentur für Präqualifizierung (AfP) kündigt für Mitte April Überwachungsaudits an. Die betroffenen Apotheker schütteln den Kopf über so viel Amtsschimmel. Jetzt teilte die AfP mit, die Audits für einen Zeitraum von nicht mehr als sechs Monaten zu verschieben.

Apotheker Hubert Giesbert erhielt von der Agentur für Präqualifizierung ein Schreiben mit der Ankündigung eines Überwachungsaudits zum 14. April. Auch er fragt sich, ob das gerade in der aktuellen Lage der richtige Zeitpunkt ist. Das Überwachungsaudit diene zur „Feststellung der Konformität“, heißt es in dem Schreiben: „Bitte nutzen sie unseren Onlineantrag und senden uns die unterschriebenen Auditunterlagen bis zum 14.04.2020 zu.“ Darauf folgt eine Anleitung zum Bearbeiten des Onlineantrages.

Die Präqualifizierungsstellen müssten als Grundlage zur Aufrechterhaltung der Präqualifizierung innerhalt der Gültigkeitsdauer des Zertifikates von 5 Jahren turnusmäßig zwei Überwachungen nach 20 und nach circa 40 Monaten durchführen, heißt es weiter als Begründung: „Dieser Vorgang ist für alle zertifizierten Leistungserbringer und alle akkreditierten Präqualifizierungsstellen verbindlich“, steht dort im Amtsdeutsch und fett gedruckt zu lesen. Außerdem kostet das Audit Geld.

Die ABDA will sich nicht zu diesen Schreiben und den Termin äußern und verweist auf die Agentur für Präqualifizierung. Auf ihrer Internetseite hat die AfP jetzt eine Inmformation eingestellt: „Für Leistungserbringer, die neben der Versorgung mit Hilfsmitteln auch im Zusammenhang mit der Ausbreitung von SARS-CoV-2 systemrelevante Versorgungen durchführen und aufrecht erhalten müssen (z.B. Apotheken), gilt, die Überwachungen entsprechend dem Dokument IAF ID 3:2011 für einen Zeitraum von nicht mehr als sechs Monaten zu verschieben.“ Die Überwachungsaudits berücksichtigten den von der Deutsche Akkreditierungsstelle (DAkkS) vorgegebenen Zeitrahmen.

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