Rokitta zum Rahmenvertrag: Schämt Ihr Euch nicht?

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Berlin - Seit 1. Juli ist der neuen Rahmenvertrag in Kraft. In den Apotheken sorgt das Regelwerk inzwischen für mächtig Ärger. Zu kompliziert, zu unübersichtlich, zu zeitraubend, lautet die Kritik. Seinem Ärger Luft machte jetzt Apotheker Reinhard Rokitta vom Verein Freie Apothekerschaft. Via Facebook wandte er sich an Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU). Stoppt diesen Unsinn, fordert er.

„Liebe Ministerinnen und Minister, liebe Abgeordnete des Deutschen Bundestages, gehen Sie doch in der in Kürze anstehenden Sitzungspause in Ihrem Wahlkreis in eine Apotheke vor Ort und lassen Sie sich die Bearbeitung von Rezepten nach dem am 1. Juli in Kraft getretenen Rahmenvertrag erklären“, so Rokitta. „Aber Vorsicht: Es könnte sein, dass Sie bemerken, dass die Apotheken für diese Arbeit komplett unterbezahlt sind!“

Vor allem auf den GKV-Spitzenverband als Vertragspartner des Deutschen Apothekerverbands (DAV) ist Rokitta nicht gut zu sprechen: „Wer solch einen Vertrag einem Leistungserbringer aufdrückt, ist unterbelichtet! Insofern ist eine neue ‚Gebührenordnung für Apotheken zu Lasten der GKV‘ dringend notwendig!!!“ Es könne nicht sein, dass wegen möglicher „kleinkarierter Einsparungen für die Krankenkassen“ die Apotheken eine Unmenge an Zeit erbringen sollten – „und das ohne Bezahlung!“

Rokitta berichtet aus der Praxis: „Um nur ein Beispiel zu nennen nach nur einem Tag ‚Neuer Rahmenvertrag‘: Wegen ein paar Cent zur Differenz zum ‚Preisanker‘: minutenlange Rücksprache mit der Arztpraxis, die verständlicherweise davon keine Ahnung hat, Anforderung eines neuen Rezeptes per Versichertem, per Post oder per Botendienst! Das ist doch Wahnsinn und vor allen Dingen Vergeudung von Ressourcen!“

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