Friedenspflicht: Nur die DAK retaxiert

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Berlin -

Am 1. Juli trat der neue, zwischen dem Deutschen Apothekerverband (DAV) und dem GKV-Spitzenverband ausgehandelte Rahmenvertrag in Kraft. Darin enthalten sind laut DAV „gravierende Änderungen“. Außerdem gibt es technische Änderungen und die Abgabesoftware in den Apotheken muss neu programmiert werden. Daher hatte der DAV den GKV-Spitzenverband gebeten, im Juli auf Retaxationen zu verzichten. Der Dachverband hat seinem Mitgliedern empfohlen, der Friedenspflicht zu folgen. Große Kassen wollen sich daran halten. Nur die DAK schert aus.

„Der vdek lehnt eine generelle Friedenspflicht ab und dem schließen wir uns als DAK-Gesundheit an“, teilte ein DAK-Sprecher mit. Man werde keinen generellen Retax-Verzicht vornehmen, da nur technische Schwierigkeiten mit der neuen Software einen solchen rechtfertigen würden. „Jedoch wird die DAK-Gesundheit prinzipiell Einzelfälle mit Augenmaß prüfen und diese im Zweifel zu Gunsten der Apotheker berücksichtigen, bis die technische Umsetzung überall vollzogen und praktikabel ist“, so der Sprecher weiter.

Obwohl der Ersatzkassenverband vdek eine generelle Friedensplicht ablehnt, will Deutschlands größte Kasse, die TK, sich an die Empfehlung des GKV-Spitzenverbandes halten und im Juli nicht retaxieren: „Die Techniker Krankenkasse (TK) folgt der Empfehlung des GKV-Spitzenverbands und hält sich damit an die ‚Friedenspflicht‘. Wie vom DAV gewünscht, soll diese bis zum Ende des Monats dauern“, so ein Sprecher. Auch die Barmer will die Apotheker mit Retaxationen verschonen: „Die Umsetzung des neuen Rahmenvertrages ist eine Aufgabe, die es vertragspartnerschaftlich zu meistern gilt. Vor dem Hintergrund eines fehlenden Erprobungszeitraums für die neu programmierte Apothekensoftware wird die Barmer der Empfehlung des GKV-SV im Rechnungsprüfungsprozess folgen“, teilte ein Sprecher mit.

Das gilt auch für das AOK-Lager: „Grundsätzlich war nach unserer Auffassung der Rahmenvertrag eindeutig. Im Sinne einer guten Vertragspartnerschaft hat sich die GKV in besonderen Fallkonstellationen aber bereit erklärt, mit Fehlern in einer kurzen Übergangsphase kulanter umzugehen. Unsere Hinweise wurden bei der erfolgten Abstimmung weitgehend berücksichtigt, wir tragen das also mit“, so der Sprecher des AOK-Bundesverbandes; Kai Behrens. Noch keine Antwort liegt vom BKK-Dachverband vor.

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