Phoenix will sich Apobank vorknöpfen

Probleme beim Bankeinzug: Apotheker verlieren Skonto Lothar Klein, 25.06.2020 10:04 Uhr

Berlin - Seit der IT-Umstellung Anfang Juni kämpft die Deutsche Apotheker- und Ärztebank (Apobank) mit nicht abreißenden Problemen: Kunden kommen nicht an ihre Konten, Hotlines sind überlastet, die Apobank entschuldigte sich inzwischen. Jetzt macht auch noch der Großhändler Phoenix Druck – und das könnte teuer werden. Weil der Branchenprimus bei zahlreichen Apothekenkunden mit Apobank-Konten die fälligen Rechnungsbeträge für Juni nicht abbuchen konnte, will sich Phoenix das gewährte Skonto von der Apobank zurückholen. In einem Brief werden die Kunden aufgefordert, ihre Ansprüche gegen die Apobank an den Großhändler abzutreten.

Mit Datum vom 16. Juni erhielten viele Phoenix-Kunden Post aus Mannheim: „Der Einzug unserer Forderungen erfolgt jeweils unter Berücksichtigung des mit Ihnen vereinbarten Skontosatzes zum vereinbarten Termin“, steht dort zu lesen. Aufgrund eines Fehlers bei der Apobank hätte der jüngste Einzug am 5. Juni aber nicht ausgeführt werden können: „Die Apobank hat uns gegenüber bestätigt, dass dies allein auf einem Fehler der Bank beruht.“

Aufgrund des fehlgeschlagenen Einzuges seien die Voraussetzungen für die Gewährung des vereinbarten Skontos nicht mehr gegeben. Daher schuldeten die Apotheken Phoenix den vollen Rechnungsbetrag. Phoenix gehe aber davon aus, dass die Apobank den Schaden übernehme und eine entsprechende Ausgleichszahlung über den „Differenzbetrag“ an die betroffenen Apotheken leisten werde. Daher werde Phoenix „aus Kulanz“ zunächst nur den Rechnungsbetrag abzüglich Skonto zum 19. Juni einziehen. Ob diese Transaktion gelungen ist, ist nicht bekannt. „Insoweit stunden wir Ihnen den Differenzbetrag bis zum 31. 7. 2021, weil wir davon ausgehen, dass die Apobank die Ausgleichszahlung zeitnah leisten wird“, so der Phoenix-Brief weiter.

Dann bietet Phoenix seinen Kunden an, die Ansprüche direkt von der Apobank einzufordern: „Gerne übernehmen wir für Sie die Geltendmachung des Ausgleichsanspruchs gegenüber der Apobank“, heißt es in dem Schreiben. Beigefügt hat Phoenix dem Schreiben einen dreiseitigen Abtretungsvertrag. Sollte die Apotheken bis Ende Juni diesen Abtretungsvertrag nicht unterschrieben haben, gehe man davon aus, dass die Apotheke ihre Ansprüche gegen die Apobank selbst geltend machten. Die gewährte Stundung des Skontobetrages ende damit ebenfalls Ende Juni. „Wir ziehen dann den bis dahin gestundeten Restbetrag im Zusammenhang mit der Sammelrechnung 31.07.2020 ein.“

Kritiker halten das Vorgehen von Phoenix für fragwürdig: Die Apotheken schuldeten lediglich die Kontodeckung; bei Problemen, die außerhalb ihres Einflussbereichs liegen, müssten der Konzern daher direkt an den sogenannten Störer herantreten.

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