Vermögensschaden durch IT-Umstellung

Apotheker droht Apobank mit Klage Lothar Klein, 23.06.2020 14:43 Uhr

Berlin - Über Pfingsten hatte die Deutsche Apotheker- und Ärztebank (Apobank) ihr Kernbanksystem gewechselt. Dabei war es zu massiven Problemen und Ausfällen gekommen, die teilweise bis heute anhalten. Man befinde sich in der „Stabilisierungsphase“, heißt es von der Genossenschaftsbank. Davon spürt allerdings Apotheker Askan Fahr-Becker von der Bahnhof-Apotheke in Fulda noch nicht viel. Zwar kommt er an sein „normales“ Konto inzwischen heran. Aber das Geld für die Bezahlung der großen Rechnungen liegt auf dem Apozins-plus-Tagesgeldkonto. Und darauf hat der Apotheker online immer noch keinen Zugriff. Jetzt denkt er darüber nach, die Apobank wegen des entstandenen Vermögensschadens zu verklagen.

Seit Generationen unterhält die Apothekerfamilie Fahr-Becker ihre Konten bei der Apobank; er selbst hält als Genosse auch Anteile an der Apobank. Jetzt will er den Vorstand der Genossenschaftsbank verklagen: „Wegen Vermögensschadens“, so Fahr-Becker. Nicht wegen seines persönlichen Ärgers über die Probleme mit dem Zugang zu seinen Konten, „sondern ich will wissen, was die IT-Umstellung tatsächlich gekostet hat“. Es gebe Gerüchte über eine Kostenexplosion im Zusammenhang mit den anhaltenden Problemen bei der Apobank, erzählt der Apotheker.

Er selbst hat wegen seiner Konto-Probleme einen Brief an Aufsichtsratchef Dr. Frank Ulrich Montgomery und den Vorstand geschrieben und der Bank ein Ultimatum gestellt: „Seit Ihrer in großen Teilen missglückten Umstellung Ihrer IT-Syteme sind 22 Tage vergangen und seit 22 Tagen haben meine Frau und ich keinen direkten Zugang zu unseren drei Apozins-plus-Konten. Das heißt, wir können ohne Hilfe Ihrer Filiale keinen müden Euro bewegen. Dieser Zustand ist unerträglich und nicht hinnehmbar. Ich setze Ihnen daher eine Frist bis Mittwoch 17 Uhr, diesen Fehler zu beheben. Sollte Ihnen das nicht möglich sein, werde ich die Bafin bitten, diese Zustände zu überprüfen und die Frage zu klären, ob Ihre Vorstände nach dieser Pleite noch in der Lage sind,0 eine Banklizenz auszuüben.“ Bis jetzt liegt dem Apotheker keine Antwort vor.

Jedes Mal, wenn Fahr-Becker eine größere Rechnung begleichen will, muss er jetzt seine Apobank-Filiale anrufen, die dann einen Betrag auf sein Girokonto umbucht. „Die sind auch verzweifelt, weil die TI-Umstellung immer noch nicht funktioniert“, erzählt der Apotheker. „Jeder Anruf kostet mich mindestens 30 Minuten, weil ich offenbar nicht der einzige Hilfesuchende bin“, so Fahr-Becker weiter. X-Mal hat er auch bei der zentralen Hotline der Apobank angerufen – ohne großen Erfolg: Jedes Mal habe ihm ein Mitarbeiter mitgeteilt, daß er ausgerechnet für dieses Problem nicht zuständig sei: „Jedes Mal wurde mir versprochen, mich weiter zu verbinden. Dann wurde die Verbindung unterbrochen.“ Noch immer würden ihm keine Absender von Überweisungen angezeigt, oder die Kontozugänge nach Datum sortiert, ärgert sich der Apotheker.

APOTHEKE ADHOC Debatte

Weiteres
Coronavirus

Untersuchungen in HNO-Klinik

Jenaer Forscher untersuchen Riechstörung bei Covid-19»

Antigen-Schnelltests zur Pandemiebekämpfung

Corona-Tests: Laborärzte dämpfen Erwartungen»

Seroprävalenz durch Covid-19

Muspad – Bundesweite Antikörperstudie»
Markt

Dierks, Römermann, Gansel

„Aktionsbündnis Apotheken-Rettung“: Kanzleien werben um AvP-Kunden»

Heinrich vs. Sommer

DocMorris: Chance oder Risiko für Apotheken?»

Verblisterung und Einnahmekontrolle

BMWi fördert Tabletten-Dispenser»
Politik

Änderungswünsche zum VOASG

CSU-Politker: Keine Vergütung ohne Temperaturkontrolle»

Patientendatenschutzgesetz tritt in Kraft

ePA: Datenschützer wollen eingreifen»

Drei Viertel der Praxen nicht behindertengerecht

Barrierefreiheit: Für Apotheken Pflicht, für Praxen Kür»
Internationales

Pharmakonzerne

Takeda baut in Österreich»

Trotz steigender Infektionszahlen

Trump: „Pandemie ist bald vorbei“»

Obergrenzen für Treffen

Österreich verschärft Anti-Corona-Maßnahmen»
Pharmazie

Chemo ja oder nein?

Brustkrebs: Weitere Biomarker-Tests als Kassenleistung»

Nierenprobleme beim Ungeborenen

FDA: Keine NSAR ab SSW 20»

Adrenalin-Notfallpens

Emerade ist zurück: Aktivierungsfehler behoben»
Panorama

„Zetteltrick“

Lünen: Diebinnen geben sich als Botendienst aus»

Pilzsaison

Giftnotruf: Weniger Anfragen wegen Pilzen»

Nachtdienstgedanken

Ist die zweite Welle schon da?»
Apothekenpraxis

adhoc24

Notdienst vor Gericht / Ab sofort Makelverbot / Kaum barrierefreie Praxen»

Inhaber flieht in neue Apotheke

Verpächter verzockt sich»

Esslingen

Nach Apothekenschließungen: Notdienst vor Gericht»
PTA Live

Mikronährstoff-Stiefkinder

Wofür ist eigentlich Mangan?»

Schutzmaßnahmen und Zukunftssorgen

Apothekenteams fürchten langen Corona-Winter»

Die Pandemie-Hausapotheke

Corona-Helferlein aus der Apotheke»
Erkältungs-Tipps

Erkältung in Corona-Zeiten

No Go: Husten als Stigma»

Bronchitis, Pneumonie, Corona

Husten ist nicht gleich Husten»

Selbstmedikation bei Erkältungsbeschwerden

Hausapotheke: Halsschmerzen»
Magen-Darm & Co.

Trendprodukt Selbsttests

Was können Darmflora-Analysen & Co.?»

Vitamin-B12-Mangel

Fehlender Intrinsic Factor»

Hilfe bei Obstipation, Hämorrhoiden & Co.

Ballaststoffe: Essenziell für die Verdauung»
Kinderwunsch, Schwangerschaft & Stillzeit

Supplemente in der Schwangerschaft

Folsäure & Jod: Nur die Hälfte ist versorgt»

Geschlechtsbestimmung

Mädchen oder Junge? Der Genetik auf der Spur»

Kaiserschnitt ist kein Muss

HIV und Schwangerschaft»
Medizinisches Cannabis

Sonder-PZN, Lieferengpässe & Co.

Retaxgefahr Cannabis»

Blüte, Extrakt, Kapsel

Cannabis: Schritt für Schritt zur Rezeptur»

Wie setzt sich der Abgabepreis zusammen?

Cannabis-Rezept: Taxierung»
HAUTsache gesund und schön

Verwöhnprogramm für die Haut

Pflege hoch zwei: Gesichtsmaske und Peeling»

Viel hilft nicht immer viel

Überpflegung der Haut»

Aufbau, Alterung und Pflege

Unterschiede von Frauen- und Männerhaut»