Nur 6 Euro für Genesenenzertifikat

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Berlin -

Wer geimpft ist, bekommt seine Freiheiten zurück. Doch auch wer eine Infektion durchgemacht hat, soll eine Zeitlang wieder mehr Freiheiten bekommen. Dazu wird es sogenannte Genesenenzertifikate geben, die neben den Ärzt:innen auch die Apotheken ausstellen sollen. Allerdings kann hier deutlich weniger abgerechnet werden als bei den Impfzertifikaten.

Ende Mai hatten Bundestag und Bundesrat das Zweite Gesetz zur Änderung des Infektionsschutzgesetzes (IfSG) beschlossen und damit den Weg frei gemacht für Impf- und Genesenennachweise. Beides sollen neben den Praxen auch die Apotheken ausstellen können, doch es gibt einige Unterschiede, auch bei der Honorierung. Während die Vergütung für die Imfpzertifikate mit der Novellierung der Coronavirus-Impfverordnung (CoronaImpfV) verabschiedet wurde, wird das Honorar für den Genesenennachweis nun mit der neuen Coronavirus-Testverordnung (TestV) geregelt.

Genesenennachweis

Die Vergütung beträgt je Erstellung 6 Euro – unter dem Vorbehalt, dass die Ausstellung „unter Einsatz von Systemen erfolgt, die vom Robert Koch-Institut dafür bereitgestellt werden“. Ärzt:innen können mitunter sogar nur 2 Euro abrechnen, wenn „die Erstellung unter Einsatz informationstechnischer Systeme erfolgt, die in der allgemeinen ärztlichen Versorgung zur Verarbeitung von Patientendaten eingesetzt werden“.

Jeder Genesene hat Anspruch auf ein solches digitales Covid-19-Genesenenzertifikat. Der Nachweis, dass bereits eine Infektion mit Sars-CoV-2 durchgemacht wurde, wird auf der Grundlage eines Labortests ausgestellt: Konkret verlangt wird eine „Testung durch eine Labordiagnostik mittels Nukleinsäurenachweis (PCR, PoC-PCR oder weitere Methoden der Nukleinsäureamplifikationstechnik)“. Diese muss mindestens 28 Tage zuvor durchgeführt worden sein und darf nicht älter als sechs Monate sein. Hintergrund ist die Einschätzung des Robert Koch-Insituts (RKI), nach der nur von einer Immunisierung von maximal sechs Monaten ausgegangen werden kann. Die Durchführung eines Antikörpertests reicht laut Verordnung nicht aus, um als genesene Person zu gelten. Mit anderen Worten: Wurde zum Zeitpunkt der Infektion kein PCR-Test erstellt, kann der Nachweis nicht nachträglich erstellt werden.

Ausstellen kann den Nachweis direkt die „zur Durchführung oder Überwachung der Testung berechtigte Person“ oder nachträglich jeder Arzt und jede Ärztin sowie die Apotheker:innen. Diese müssen sich die Testdokumentation vorlegen lassen und sich „zum Nachtrag unter Verwendung geeigneter Maßnahmen zur Vermeidung der Ausstellung eines unrichtigen Covid-19-Genesenenzertifikats, insbesondere, um die Identität der getesteten Person und die Authentizität der Testdokumentation nachzuprüfen, bereit erklärt“ haben.

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