Genesene: Stiko akzeptiert Antikörpertest

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Berlin -

Personen, die eine Sars-CoV-2-Infektion durchgemacht haben, sollen nach aktueller Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) einmalig geimpft werden. Zum Nachweis der Infektion diente bisher ausschließlich ein positiver PCR-Test. Nun sollen die Betroffenen auch mittels Antikörpernachweis die durchlaufene Infektion nachweisen können.

Personen, die eine Sars-CoV-2-Infektion durchgemacht haben, sollen nach der aktuell geltenden Stiko-Empfehlung sechs Monate nach Genesung beziehungsweise Diagnose einmalig geimpft werden. Hintergrund ist die Einschätzung, dass von einer Immunisierung von maximal sechs Monaten ausgegangen werden kann, dann aber eine Impfung genügt, um einen kompletten Schutz aufzubauen.

Bislang wurde als Nachweis, dass bereits eine Infektion mit Sars-CoV-2 durchgemacht wurde, nur eine „Testung durch eine Labordiagnostik mittels Nukleinsäurenachweis (PCR, PoC-PCR oder weitere Methoden der Nukleinsäureamplifikationstechnik)“ akzeptiert. Die Durchführung eines Antikörpertests reichte nicht aus, um als genesene Person zu gelten. Mit anderen Worten: Wurde zum Zeitpunkt der Infektion kein PCR-Test erstellt, war eine zweifache Impfung Pflicht. Auch der Genesenennachweis könnte demnach nicht nachträglich erstellt werden.

Nun soll eine Infektion nicht mehr nur allein durch einen positiven PCR-Test, sondern auch durch einen Antikörpertest nachgewiesen werden können. Der spezifische Infektionsnachweis soll mittels validierter Sars-CoV-2-Antikörperserologie erfolgen. Bei Personen, die einen positiven Antikörpertest vorweisen können, aber keine genauen Aussagen zum Infektionszeitpunkt treffen können, soll die einmalige Impfung zeitnah erfolgen.

Die Änderung ist auch für Apotheken von Relevanz, denn sie sollen demnächst endlich Impfzertifikate für Genesene und Genesenennachweise für die Überbrückung bis zur Impfung nach maximal sechs Monaten ausstellen. Bislang ist dies nicht möglich, da stets die Eingabe von zwei Impfungen gefordert wird.

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