Ruhestand nach 35 Jahren

Keine Barrierefreiheit, kein Nachfolger

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Berlin -

Apotheker Erwin Sommer hat am vergangenen Mittwoch für immer die Türen seiner Stadt-Apotheke im bayerischen Dietfurt geschlossen. Gemeinsam mit seiner Frau Claudia blickt er auf schöne, aber auch fordernde Zeiten zurück.

Für Sommer gibt es gleich mehrere Gründe aufzuhören: Zum einen hat er das Rentenalter erreicht, zum anderen lohnen sich anstehende Investitionen für den Apotheker nicht mehr. Um für das E-Rezept und TSE gewappnet zu sein, müsste er noch Einiges an Geld ausgeben. „Das rentiert sich einfach nicht mehr“, erklärt er.

Alte Strukturen erschweren Nachfolgersuche

Außerdem merke er in seinem Alter die 10-Stunden-Tage in der Apotheke. Hinzu kommt der Notdienst, welcher aufgrund der ländlichen Lage alle neun Tage bei der Apotheke liegt. „Ab einem gewissen Alter wird das anstrengend, ich bin abends hundsmüde“, meint er. Ein Nachfolger lasse sich schwer finden, da Sommer bisher vom Bestandsschutz für seine Apotheke profitiert. Ein neuer Inhaber müsste sie zunächst barrierefrei machen, außerdem befindet sich über der Apotheke eine Wohnung, die nur über die Offizin zu erreichen ist. Es kommen also viele Aspekte zusammen.

„Der Beruf an sich hat mir immer richtig Spaß gemacht“, meint Sommer. Auch das Pharmaziestudium habe er als spannend und abwechslungsreich empfunden. Zusammen mit seiner Frau, die ihn als PTA in der Apotheke unterstützt hat, wurde die Kundschaft stets mit Herzblut versorgt. „Außerdem mochte ich den Umgang mit den Menschen – man wurde immer wieder neu gefordert.“ Mit der Zeit habe sich jedoch Einiges in der Apothekenwelt getan. „Anfangs war es noch einfacher“, findet er.

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