Verkauf unmöglich

Apotheke nicht barrierefrei: „Das ist schon traurig“

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Berlin -

Die Nachfolgersuche steht für Inge Meyerhofen* noch nicht an. Wenn es gut läuft, wird die bayerische Apothekerin noch zwölf Jahre arbeiten, bis sie ihren 60 Geburtstag feiert. Was sie jedoch sicher weiß ist, dass sie ihren Standort niemals verkauft bekommt. Denn die Apotheke ist nur über Stufen erreichbar und genießt wie viele Betriebe nur noch Bestandsschutz.

Die Apothekenbetriebsordnung (ApBetrO) gibt es vor: Die Offizin soll barrierefrei erreichbar sein, heißt es bezogen auf Beschaffenheit, Größe und Einrichtung der Apothekenbetriebsräume. Als die Neuregelung vor zehn Jahren in Kraft trat, wurde es Meyerhofen bewusst: Diesen Betrieb wird sie nicht wieder los.

Weil ihre Stadtteil-Apotheke nur über Stufen erreichbar war, ging sie damals zur Verwaltung. „Ich musste mir eine Bescheinigung holen, dass der Anbau einer Rampe wegen des schmalen Gehwegs nicht möglich ist“, sagt sie. Das sei wichtig, wenn der Pharmazierat komme und nachfrage. „In dem Moment wurde mir klar, dass niemand meine Apotheke kaufen wird.“ Denn die Nachfolger:in müsste einen barrierefreien Zugang garantieren, um eine Betriebserlaubnis zu erhalten.

Keine Zukunft für die Apotheke

„Es ist nicht so, dass ich jetzt schon an einen Verkauf denke, aber es ist schon traurig zu wissen, dass diese Apotheke an diesem Ort keine Zukunft haben wird und ich die letzte sein werde, die zusperrt.“ Ein Umzug sei kein Thema, denn er sei mit viel Aufwand verbunden und überhaupt falle ihr kein geeignetes Gebäude in der Nähe ein. Wie in vielen Orten sei auch ihre Stadt geprägt von Altbauten und engen Gassen.

Bei Städten mit einem historischen Stadtkern sei die Situation schwierig, denn es sei schwer, ein geeignetes Gebäude für Apothekenräume zu finden. „Was nützt eine Apotheke in einem Neubaugebiet mit barrierefreiem Eingang, aber ohne Kundschaft?“ Die Apothekerin kritisiert, dass die Regel nicht für Arztpraxen gelte. „Da fragt keiner nach, ob da zehn oder 20 Treppenstufen sind. Das ist schade.“ Denn sie könne auch Menschen in Rollstühlen, mit Kinderwägen oder Gehilfen versorgen, ohne eine Rampe zu haben. „Man kann alles lösen, dann tragen wir den Kinderwagen eben rein oder kommen vor die Tür.“

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