Bezugsnachweise

Hochpreiser: AOK ruft Apotheken an

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Berlin -

Bei der Abrechnung der Rezepte schauen die Krankenkassen genau hin. Hat die Apotheke etwas übersehen oder einen Fehler gemacht, wird die Rechnung gekürzt oder gleich auf Null retaxiert. Die AOK Bayern spürt aktuell mit besonderem Aufwand nach potenziellen Abgabefehlern: Sie fordert von Apotheken Belege ein, wann sie ihre Hochpreiser bestellt haben.

Apotheken aus dem Freistaat berichten, dass sie von der AOK kontaktiert wurden. Telefonisch fordern demnach Mitarbeiter der Kasse die Apotheken auf, sofort einen Nachweis für den Bezug besonders hochpreisiger Arzneimittel zu bringen. Die Apotheken sollen dann etwa die Rechnung des Herstellers faxen.

Den Kontrolleuren geht es dabei nicht nur darum, sogenannte Luftrezepte auffliegen zu lassen. Auch diese Fälle gibt es, bei denen Apotheker Arzneimittel abrechnen, die sie nie abgegeben haben. Aber das sind die absoluten Ausnahmen und eindeutiger Abrechnungsbetrug.

Regelmäßig Anlass für Retaxationen ist dagegen das Datum auf dem Rezept. Die Falle lauert im Alltag: Präparate mit einem vier- bis fünfstelligen Einkaufspreis haben Apotheken normalerweise nicht auf Lager. Kommt ein Patient mit einem Sovaldi- oder Humira-Rezept in die Apotheke, muss das Präparat erst bestellt werden.

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