KKH: Drohbrief statt Weihnachtspost

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Berlin - Post von der KKH. Die Kasse schickt aber keine Weihnachtsgrüße in die Apotheken, sondern eine „Vorabinformation“ zum Thema „angemessene Verwendung von Sonderkennzeichen“. Das Schreiben ist eine eigentümliche Mischung aus Schulterklopfen, Drohung, Denunziation und Tippfehlern.

Einleitend lobt die KKH: „Wir wissen, dass Ihnen eine optimale Versorgung Ihrer Kunden am Herzen liegt. Uns ist es wichtig, Sie in diesem Anliegen zu unterstützen und eine wirtschaftliche pharmazeutische Betreuung zu gewährleisten.“ Die Kasse meint damit aber nicht, dass sie künftig nur noch Rabattverträge mit drei Partner abschließen möchte oder die Versorgung im neuen Jahr nicht mehr mit überpeniblen Retaxationen unterminieren wird.

Vielmehr will die KKH Ärzte und Apotheker ansprechen und zu wirtschaftlichem Verordnen beziehungsweise Beliefern der Rezepte anhalten. Und so erinnert die Kasse daran, dass eine wirtschaftliche Arzneimittelversorgung insbesondere dann erzielt werde, „wenn teure Originalpräparate durch wirkstoffgleiche preisgünstige (z. B. rabattierte) Arzneimittel ersetzt werden“. Und dass die Substitution voraussetze, dass weder das Aut-idem-Kreuz auf dem Rezept gesetzt wurde, „noch in der Apotheke pharmazeutische Bedenken über die Nutzung des Sonderkennzeichens 02567024 geäußert werden“.

Schon die Formulierung an sich ist etwas unglücklich: Geht es der KKH wirklich darum, dass die Apotheker ihre pharmazeutischen Bedenken nicht „äußern“, selbst wenn sie welche haben? Das mögliche sprachliche Missverständnis wäre vielleicht auch bei der Kasse aufgefallen, wenn irgendjemand den Brief noch einmal gegengelesen hätte. Davon ist allerdings nicht auszugehen, denn im Original lautet das Zitat „pharmazeutische Bedenken über die Nrial 11utzung“. Es ist nur eine Kleinigkeit, aber gerade bei diesem Thema und zu diesem Zeitpunkt fällt eine solche Schlampigkeit bei den Betroffenen negativ auf.

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