Barmer droht Apothekern

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Berlin -

Bei der Akutversorgung sollten Apotheker laut Barmer nicht auf dumme Gedanken kommen. Die Kasse retaxiert Rezepte, bei denen wegen eines dringlichen Falls gegen das Rabattarzneimittel noch eines der drei günstigsten Präparate abgegeben wurde. Auf die Idee, die Patienten wegzuschicken, sollten die Apotheker aber nicht verfallen, warnt ein Sprecher der Kasse.

„Die Rahmenverträge bieten eine reichliche Auswahl an Alternativen, wenn der Apotheker das Rabattarzneimittel nicht vorrätig hat“, so der Sprecher. Vollabsetzung drohe nur, wenn weder das Rabattprodukt, noch das namentliche verordnete Präparat, noch eines der drei preisgünstigen Medikamente und auch kein wirtschaftlicher Import abgegeben worden sei.

Was also tun, wenn das Lager trotzdem leer ist oder der Großhandel nicht liefern kann. Zwei Optionen gibt es theoretisch: Apotheken könnten den Patienten zurück zum Arzt schicken oder ihn das Präparat zunächst aus eigener Tasche bezahlen lassen.

Davon hält man bei der Barmer nichts: „Ihre Interpretation des Sachverhalts könnte Apotheker unter Umständen in Schwierigkeiten bringen. Um das zu vermeiden, erlauben Sie mir bitte folgenden Hinweis. Wenn, wie Sie schreiben, ein Apotheker aus ‚Angst vor einer Vollabsetzung‘ verlangt, dass ‚Patienten ihre dringend nötige Medikation aus eigener Tasche zahlen‘, verstößt er damit gegen den Arzneiversorgungsvertrag“, so der Sprecher.

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