DAK retaxiert weiter pharmazeutische Bedenken

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Berlin -

In der Debatte um das Anti-Korruptionsgesetz hatte die AOK kritisiert, dass die Abgabe von Arzneimitteln ausgeklammert wird. Schließlich hätten die Apotheker maßgeblichen Einfluss auf die Auswahl der Arzneimittel. In der Realität ist diese Auswahl wegen der Rabattverträge extrem begrenzt. Selbst das Instrument der „pharmazeutischen Bedenken“ wird von Kassen hinterfragt.

Derzeit erhalten Apotheken offenbar wieder verstärkt Retaxationen von der DAK Gesundheit wegen Nichteinhaltung der Rabattverträge. Beanstandet werden Rezepte, bei denen der Apotheker pharmazeutische Bedenken geltend gemacht hat, dies auf dem Rezept aber nicht näher begründet hat. Laut Rahmenvertrag muss dies zusätzlich zur Sonder-PZN geschehen.

In der Vergangenheit war die DAK dabei besonders streng und verlangte eine ausführliche Begründung. Die handschriftliche Wiederholung „pharmazeutische Bedenken“ reichte der Kasse nicht aus, es wurde auf Null retaxiert. Aus dem Kassenlager gab es an diesem Vorgehen Kritik.

In diesem Punkt hat die DAK eingelenkt: „Wenn der Apotheker aus datenschutzrechtlichen Gründen keine näheren Angaben machen möchte, kann er auch nur 'pharmazeutische Bedenken' aufschreiben. In diesen Fällen wird nicht retaxiert“, hieß es Ende 2015. Entsprechende Retaxationen sollten zurückgenommen werden.

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