Luftrezept-Apothekerin verursacht 250.000 Euro Schaden

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Berlin - Die ehemalige Besitzerin einer Offenbacher Apotheke steht derzeit in Darmstadt vor Gericht. Sie soll zwischen Januar und November 2010 rund 250.000 Euro zu Unrecht bei Krankenkassen kassiert haben. Die Pharmazeutin ist geständig, womöglich muss sie mit einer Bewährungsstrafe rechnen.

Zum Teil stellte sie mit Hilfe gefälschter Rezepte bis zu 10.000 Euro teure Medikamente in Rechnung. So ging die 69-Jährige vor: Sie kaufte die gefälschten Rezepte zu fünf bis zehn Prozent des tatsächlichen Rezeptwertes auf. Anschließend reichte sie diese über das Apotheken-Rechenzentrum bei diversen gesetzlichen Krankenkassen ein.

Vor Gericht soll nun unter anderem geklärt werden, aus wie vielen Personen das kriminelle Netzwerk bestand. Gegen einige ihrer Mittäter, laufen nach einem Bericht von „op-online“ gesonderte Verfahren. Vier der Rezepteinreicher sollen Angehörige von Sinti- und Roma-Clans sein. Sie konnten laut „op-online“ anhand von Fingerabdrücken identifiziert werden.

Der Strafverteidiger erklärte vor Gericht, wie seine Mandantin in den Besitz der Luftrezepte gelangt sein soll: Die Blankovordrucke wurden gestohlen, mit falschen Angaben ausgefüllt und gegen Barzahlung an die Apothekerin verkauft. Bereits im Jahr 2013 hat es in Frankfurt einen großen Luftrezept-Fall gegeben, damals wurde ein Apotheker überführt, ihm konnte Abrechnungsbetrug in der Höhe von 1,7 Millionen Euro nachgewiesen werden.

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