Schattenretax

AOK fordert Defektbeleg für bekannten Engpass Alexander Müller, 21.09.2016 13:10 Uhr

Berlin - Die „Schattenretaxierungen“ der AOK Rheinland/Hamburg waren der Warnschuss: Ab September werden Rezepte retaxiert, wenn Defektbelege nicht den neuen Anforderungen der Kasse entsprechen. Während ein Apotheker aus NRW bereits die Politik eingeschaltet hat, fragte ein Kollege direkt bei der AOK nach – und erhielt eine erstaunliche Antwort.

Die AOK Rheinland/Hamburg hat sich die Defektmeldungen der Apotheker aus dem letzten Quartal 2015 einmal genauer angesehen. Dabei sind nach Angaben der Kasse Unstimmigkeiten aufgetreten. Deshalb fordert die AOK neuerdings eine Bestätigung des Herstellers, dass ein Präparat nicht lieferbar ist. Der Großhändler darf dies ebenfalls verbindlich erklären. Alternativ erlaubt die AOK, dass zwei Großhändler bestätigen, selbst keine Ware zu haben. Ohne Nachweis wird jedoch ab sofort retaxiert.

Ein Apotheker aus NRW hatte wirklich alles versucht. Weder der Hersteller – in diesem Fall TAD – noch der Großhändler wollten den Engpass bei Candesartan formal bestätigen. Da die Apotheke aber nur mit einem Großhändler zusammenarbeitet, fragte sie direkt bei der Kasse nach. Eine PTA aus der Apotheke wollte von der AOK wissen, wie man sich jetzt verhalten soll, um eine Retaxation zu verhindern.

Die zuständige Mitarbeiterin der AOK bestätigte der PTA zufolge zwar, dass die Probleme bei dem Candesartan-Rabattprodukt bekannt seien – schriftlich bestätigen dürfe sie das aber leider nicht. Die PTA war zunächst fassungslos. Dann kündigte sie an, heute besonders nett zu sein und dem Versicherten das Präparat eines anderen Herstellers einfach zu schenken. Schweigen am anderen Ende der Leitung.
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