Fluoridtabletten: „sehr gut“ und „mangelhaft“

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Berlin - Zahncreme oder doch Tablette? Fakt ist, Fluoride lagern sich auf dem Zahnschmelz an und schützen vor Karies sowie Säureattacken und unterstützen die Einlagerung von Mineralien aus dem Speichel in den Zahnschmelz. Einig sind sich Experten jedoch nicht, in welcher Form Fluoride am besten schützen. Kinderärzte empfehlen Tabletten, Zahnärzte setzen wiederum auf Zahncreme. Öko-Test hat den Tabletten auf den Zahn gefühlt und neun Fluorid-Präparate aus der Apotheke untersucht.

Die Tester haben gemeinsam mit Professor Dr. Manfred Schubert-Zsilavecz und Dr. Mario Wurglics vom Institut für Pharmazeutische Chemie der Goethe Universität Frankfurt am Main drei Fluorid-Mono- und sechs Kombinationspräparate mit Vitamin D3 untersucht. Die Experten haben überprüft, ob die Produkte dem aktuellen Forschungsstand und den Empfehlungen der Kinderärzte entsprechen – auch wenn an der Wirksamkeit kein Zweifel besteht. Außerdem wurde der Beipackzettel genauer unter die Lupe genommen.

Das Ergebnis ist klar, die Präparate wurden entweder mit „sehr gut“ (Kombinationspräparate Fluorid plus Vitamin D3) oder mit „mangelhaft“ (Monopräparate in unterschiedlichen Stärken) bewertet, dazwischen gibt es nichts.

Bei den „sehr guten“ Produkten gibt es nichts zu meckern. Die Kombipräparate versorgten Säuglinge und Kleinkinder ausreichend mit Fluorid, so Öko-Test. Außerdem entsprächen die Anwendungshinweise und die Altersobergrenze den Empfehlungen der Leitlinie der Kinderärzte. Dementsprechend sollten die Produkte täglich im Säuglings- und Kleinkindalter verabreicht werden. Vitamin D3 wird bis zum zweiten erlebten Frühsommer als Rachitisprophylaxe empfohlen. Spätestens nach dem dritten Geburtstag ist Schluss mit der Fluorid-Supplementierung. Stattdessen sollte auf fluoridhaltige Zahncremes umgestellt werden. Hier liegt die Ursache für die Abstufung der Monopräparate, denn diese sind laut Beipackzettel in Widerspruch zur Leitlinie konsequent während der ersten zwölf Lebensjahre indiziert und die Anwendung bis ins Erwachsenenalter empfohlen. Außerdem fehlt in den Beipackzetteln der Hinweis, dass zusätzlich zu Fluoridtabletten keine fluoridhaltigen Zahncremes anzuwenden sind. Es sollte nur eine Fluoridquelle genutzt werden. Eine Kombination bedeutet ein zu viel an Fluorid und kann zu weißen Flecken auf den Zähnen führen.

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