SPD-Bonus kostet jede Apotheke 27.000 Euro

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Berlin -

Die SPD hat lehnt ein Rx-Versandverbot ab und hat als Reaktion auf das EuGH-Urteil vorgeschlagen, gedeckelte Rx-Boni in Höhe von einem Euro für alle auf Probe zu ermöglichen. Ein solches Modell hätte jeden Apotheker im vergangenen Jahr einen Verlust von 26.775 Euro gekostet, hat der Deutsche Apothekerverband (DAV) ausgerechnet. Dr. Eckart Bauer, ABDA-Abteilungsleiter im Bereich Wirtschaft, Soziales und Verträge, hat beim DAV-Wirtschaftsforum noch beunruhigendere Zahlen vorgestellt.

Das Betriebsergebnis einer durchschnittlichen Apotheke lag 2016 nach ABDA-Zahlen bei 142.622 Euro. Das entspricht einer Steigerung von 4,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr (136.345 Euro). Allerdings ist das steuerliche Betriebsergebnis weiter im Sinkflug und betrug im vergangenen Jahr nur noch 6,4 Prozent. Seit 2013 ist dieser Wert jährlich um 0,1 Prozentpunkt gefallen. Der Wareneinsatz lag 2016 bei 75,8 Prozent (2015: 75,5 Prozent).

Und was wäre mit den Apotheken passiert, wenn die beschränkte Gewährung von Boni möglich gewesen wäre? Bei dem von der SPD vorgeschlagenen Modell hätten die Apotheker allein bei den Rx-Packungen aus dem GKV-Markt 26.775 Euro Rohertrag verloren. Der 1€-Rabatt entspricht dabei einem Nettoverlust von 84 Cent. Jede Apotheke gibt im Durchschnitt 37.500 verschreibungspflichtige Arzneimittel im Jahr ab.

Für das Betriebsergebnis der Apotheken hätte das einen Absturz auf 115.847 Euro zur Folge gehabt, also rund 15 Prozent unter Vorjahr und sogar 19 Prozent unter dem tatsächlichen Wert von 2016. Und dabei ist die SPD mit ihrem Vorschlag noch nicht einmal an der oberen Grenze. Auch zulässige Rx-Boni in Höhe von 2,50 Euro waren als Vorschlag in der Diskussion aufgetaucht. Das hätte jede Apotheke dann sogar knapp 67.000 Euro Rohgewinn gekostet, rechnete Bauer beim DAV-Wirtschaftsforum vor. Zur Erinnerung: Laut Professor Dr. Achim Wambach, Chef der Monopolkommission, konnte jede Apotheke sogar 5 Euro verkraften.

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