Bürgertests: Jeder darf so oft er will

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Berlin -

Alle Bürger:innen können sich in Apotheken, Arztpraxen und Testzentren kostenlos auf Sars-Cov-2 testen lassen. Während es im Entwurf der Coronavirus-Testverordnung (TestV) noch hieß, dass solche Tests für „jeden Einzelfall bis zu einmal pro Woche durchgeführt werden“ können, ist nun von „mindestens einmal pro Woche“ die Rede. Kann also jedermann so viele Tests durchführen lassen, wie er will? Oder drohen der Apotheke Konsequenzen bei der Abrechnung?

Momentan herrscht vielerorts Unklarheit über die geltenden Regeln zur Durchführung der Bürgertests, sei es durch eine Apotheke oder andere Leistungserbringer. Dass der Wortlaut in der Verordnung durch das Bundesgesundheitsministerium (BMG) geändert wurde, scheint noch nicht überall angekommen. In der seit Montag geltenden Fassung ist keine Deckelung mehr vorgesehen – das heißt im Umkehrschluss, dass Apotheken alle Tests über die Kassenärztlichen Vereinigungen (KV) abrechnen können.

Laut Verordnung hat jeder Bürger Anspruch auf „mindestens“ einen Schnelltest pro Woche – das Gegenteil „bis zu“. Was sagt das Bundesgesundheitsministerium (BMG) zu diesem Freifahrtschein? „Erfahrungen mit kostenlosen Tests in Dänemark, Österreich und Bayern zeigen aber, dass nur ein Bruchteil der Bevölkerung von diesem Angebot Gebrauch macht“, erläutert das Ministerium auf Nachfrage.

Aus dem bayerischen Gesundheitsministerium heißt es, dass ein Kontrollmechanismus „derzeit nicht geplant“ sei. Die vergangenen Monate hätten gezeigt, „dass die Bürgerinnen und Bürger umsichtig mit dem bereits bestehenden Angebot der Jedermann-Testung umgehen“, so ein Ministeriumssprecher.

Ohnehin können wohl die wenigsten Apotheker kontrollieren, ob die Testperson vor ein paar Tagen bereits einmal vor Ort oder gar in einem anderen Testzentrum war. Inhaberin Laura Abels aus Erftstadt in Nordrhein-Westfalen betreibt seit Anfang März ein Testzentrum. „Heute ist die Nachfrage explodiert“, sagt sie. Am Vormittag habe ihr Team rund 60 Menschen getestet, so viele wie sonst an einem Tag.

Diese Entwicklung hängt laut Abels sicher damit zusammen, dass die Möglichkeit der Gratistestung allmählich bei den Bürgern ankomme. Die Apothekerin begrüßt, dass es keine Deckelung gibt: „Wir wollen so viele Menschen testen wie möglich.“ Ein paar Kunden hätten sich gleich für die nächsten Monate einmal pro Woche einen Termin geben lassen. Die Menschen seien „dankbar“, dass sie sich kostenlos testen lassen könnten. Eine Kontrolle der Anzahl sei bei ihr im Testzentrum zwar möglich, allerdings könne sie nicht wissen, ob die Kunden bereits woanders waren.

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