Testapotheker: „Keine Emotionen zeigen“

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Neutral bleiben: Apotheker Dr. Milad Khosravani erklärt, wie er mit positiven Coronatest-Ergebnissen umgeht.
Berlin -

Dr. Milad Khosravani gehört zur Liga der ersten Test-Apotheker:innen. In seiner Karolinger Apotheke in Aachen untersucht er Kunden seit Mitte Dezember auf eine Infektion mit Sars-Cov-2. Unter den hunderten Ergebnissen waren allein in den vergangenen vier Tagen zwölf Positiv-Fälle. Er gibt Tipps, wie man ein positives Testergebnis am besten mitteilt.

Immer mehr Apotheker:innen eröffnen Testzentren oder richten Teststellen in ihrem Betrieb ein. Neben der Vielzahl an Anforderungen wie Hygienebedingungen, räumliche Vorgaben und PCR-Test-Verfügbarkeit, gehört auch die Kommunikation dazu. Denn nicht alle Testergebnisse werden digital vermittelt. Gerade für Senioren ist eine reine Online-Abwicklung des Tests oft schwer möglich.

„Ausschließlich Online-Anmeldungen führen wir nicht durch“, sagt Khosravani. „Wir können die älteren Kunden doch nicht ausklammern und heimschicken.“ Bei ihm werden alle Anfragen angenommen. Getestete, die keine E-Mail mit dem Ergebnis erhalten, bittet er nach etwa einer halben Stunde nach Testablauf zurück in das Testzentrum. Ist das Resultat negativ, sind die Kunden erleichtert.

Fällt der Test positiv aus, sind manche Kunden überrascht. Khosravani empfiehlt, keine Emotionen zu zeige. Ein Satz könnte lauten: „Sie sind positiv auf Corona getestet worden. Bitte lassen sie das Ergebnis des Antigen-Schnelltests durch eine PCR-Test absichern und begeben sie sich in Quarantäne.“ Eine neutrale Herangehensweise sei die beste, sagt er. „Was soll ich machen? Ich kann die Menschen ja nicht trösten und in den Arm nehmen.“

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