Positiv-Ergebnis mitteilen

Testapotheker: „Keine Emotionen zeigen“ Carolin Ciulli, 18.03.2021 15:22 Uhr

Neutral bleiben: Apotheker Dr. Milad Khosravani erklärt, wie er mit positiven Coronatest-Ergebnissen umgeht.
Berlin -

Dr. Milad Khosravani gehört zur Liga der ersten Test-Apotheker:innen. In seiner Karolinger Apotheke in Aachen untersucht er Kunden seit Mitte Dezember auf eine Infektion mit Sars-Cov-2. Unter den hunderten Ergebnissen waren allein in den vergangenen vier Tagen zwölf Positiv-Fälle. Er gibt Tipps, wie man ein positives Testergebnis am besten mitteilt.

Immer mehr Apotheker:innen eröffnen Testzentren oder richten Teststellen in ihrem Betrieb ein. Neben der Vielzahl an Anforderungen wie Hygienebedingungen, räumliche Vorgaben und PCR-Test-Verfügbarkeit, gehört auch die Kommunikation dazu. Denn nicht alle Testergebnisse werden digital vermittelt. Gerade für Senioren ist eine reine Online-Abwicklung des Tests oft schwer möglich.

„Ausschließlich Online-Anmeldungen führen wir nicht durch“, sagt Khosravani. „Wir können die älteren Kunden doch nicht ausklammern und heimschicken.“ Bei ihm werden alle Anfragen angenommen. Getestete, die keine E-Mail mit dem Ergebnis erhalten, bittet er nach etwa einer halben Stunde nach Testablauf zurück in das Testzentrum. Ist das Resultat negativ, sind die Kunden erleichtert.

Fällt der Test positiv aus, sind manche Kunden überrascht. Khosravani empfiehlt, keine Emotionen zu zeige. Ein Satz könnte lauten: „Sie sind positiv auf Corona getestet worden. Bitte lassen sie das Ergebnis des Antigen-Schnelltests durch eine PCR-Test absichern und begeben sie sich in Quarantäne.“ Eine neutrale Herangehensweise sei die beste, sagt er. „Was soll ich machen? Ich kann die Menschen ja nicht trösten und in den Arm nehmen.“

Zudem müsse das Schnelltest-Ergebnis abgeklärt werden. Die Kunden würden an mögliche PCR-Teststellen verwiesen. In etwa zwei Wochen will er die Labortests selbst anbieten. Dadurch sei es möglich, auch am Samstag zu testen. Denn ein PCR-Test müsse innerhalb von 8 Stunden erfolgen. „Welcher Hausarzt hat denn am Wochenende geöffnet?“ Digital werde das Ergebnis nach 15 Minuten verschlüsselt per E-Mail oder SMS versendet.

Khosravani testet in einem ehemaligen Musikladen gegenüber seiner Apotheke. In seinem Betrieb wurden die Räumlichkeiten schnell zu klein. In seinem Testzentrum verfügt er über vier Kabinen und kann die räumlichen Vorgaben einhalten. In den vergangenen vier Tagen seien rund 600 Menschen getestet worden. „Die Zahl wird steigen“, ist sich der Apotheker sicher. Sobald eine Lockerung des Lockdowns mit Testnachweisen etwa für einen Kinobesuch einhergehe, würden sich mehr Menschen untersuchen lassen.

Bei einem positiven Ergebnis gibt es für die Mitarbeiter viel zu tun: Der komplette Raum werde desinfiziert, so der Apotheker. Zudem müsse die Schutzkleidung ausgezogen, entsorgt und neue angelegt werden. Auch die Hände würde zwischendurch immer wieder neu desinfiziert. Der Apotheker achtet in seinem Testzentrum zum Schutz von Mitarbeitern und Kunden auch auf ausreichend Frischluft. Nach der Coronavirus-Testverordnung (TestV) hat jeder „mindestens einmal pro Woche“ Anspruch auf eine Bürgertestung.