Beitrittserklärung statt individueller Beauftragung

Niedersachsen: Rahmenvertrag für Schnelltests

, Uhr
Berlin -

Der Landesapothekerverband Niedersachsen (LAV) hat mit dem Land einen Rahmenvertrag für die Beauftragung von Apotheken mit der Durchführung von Corona-Schnelltests abgeschlossen. Durch Beitritt zu diesem Rahmenvertrag sollen die Apotheken deutlich einfacher Tests anbieten können: Statt einen individuellen Vertrag mit den beauftragenden Behörden auszuhandeln, müssen sie nur eine Beitrittserklärung an den Verband schicken.

Dieses Vorgehen soll eine schnelle Umsetzung des Testangebots gewährleisten. Der Vertrag ist bereits seit Freitag in Kraft und an die bundesweit geltende Coronavirus-Testverordnung geknüpft. „Treten testwillige Apotheken dem Vertrag bei, sind die Apotheken automatisch berechtigt, die kostenlosen Tests anzubieten“, erklärt Verbandschef Berend Groeneveld. Lediglich eine Kopie der Beitrittserklärung müsse an den Landkreis oder die kreisfreie Stadt gesandt werden. Durch diese Vorgehensweise sollen nicht nur die Apotheken, sondern auch die Behörden entlastet werden.

Die Tests werden dann wie im Rest der Republik über die Kassenärztliche Vereinigung (KV) abgerechnet. Dazu muss sich die teilnehmende Apotheke wie anderswo auch per Formular bei der KV für die Abrechnung registrieren. Außerdem müssen die Einverständniserklärungen, die die Apotheken vor jedem Test einholen müssen, bis zum Ende des Vertrages archiviert werden. Die Gültigkeit des Vertrags ist an die Gültigkeit der Corona-Testverordnung und das formale Bestehen der epidemischen Lage von nationaler Tragweite gebunden, endet aber spätestens Ende 2022.

Groeneveld verweist darauf, dass der Beitritt zur Durchführung erstatteter Schnelltests berechtigt, nicht verpflichtet: „Die Durchführung der Schnelltests ist eine freiwillige Dienstleistung der Apotheken“, erklärt er. „Nicht jede Apotheke kann zudem kostenlose Schnelltests anbieten, denn die Apotheken müssen räumliche und personelle Voraussetzungen erfüllen.“ So dürfen Testpersonen zum Beispiel nicht mit regulären Apothekenkunden in Kontakt kommen und auch das Apothekenpersonal muss geschult sein, um Patienten testen zu können. „Aufgrund der knappen Vorlaufzeit, die der Gesetzgeber den Apotheken wieder einmal vorgegeben hat, wird es etwas dauern, bis flächendeckend kostenlose Schnelltestungen in Apotheken zur Verfügung stehen“, so Groeneveld.

Newsletter
Das Wichtigste des Tages direkt in Ihr Postfach. Kostenlos!

Hinweis zum Newsletter & Datenschutz

Neuere Artikel zum Thema

APOTHEKE ADHOC Debatte

Weiteres
KBV warnt vor „Akzeptanzverlust bei Ärzten“
E-Rezept: Lauterbach soll Gematik bändigen»
„Wir sind noch lange nicht in der Praxis“
E-Rezept: Zwei Praxen dominieren die Statistik»
Auch in deiner Nähe – jetzt anmelden!
APOTHEKENTOUR 2022 – Der Film vom Start»
ApoRetrO – der satirische Wochenrückblick
So entstand der E-Rezept-Fahrplan»
Warum die Apotheke vor Ort im Mittelpunkt steht
APOTHEKENTOUR: Glücksmomente für das Apothekenteam»
Auf antibakterielle Wirkstoffe besser verzichten
Hautcremes können dem Mikrobiom schaden»
Erste Leitlinie für Diagnose & Behandlung
Vitiligo: Wenn der Haut die Pigmente fehlen»