Räume, Impfung, Beauftragung: Klare Regeln für Test-Apotheken

Bayern: Extra-Vergütung für Schnelltests

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Berlin - Die bayerische Landesregierung setzt auf Apotheken als dritte Säule der nationalen Teststrategie – und macht ihnen den Weg frei. Per Allgemeinverfügung wurden die Pharmazeut:innen nicht nur beauftragt, Corona-Schnelltests durchzuführen, sondern auch den regulatorischen Flickenteppich bei der Frage nach den Betriebsräumlichkeiten geklärt. Für die Apotheken besonders erfreulich: Der Freistaat packt auf das bundesweite Honorar drei Euro pro Test obendrauf und die Landesregierung stellt noch einmal klar, dass testendes Apothekenpersonal auch priorisiert gegen Covid-19 geimpft wird.

„Wir bauen unser gut funktionierendes System an Testmöglichkeiten in den lokalen Testzentren und bei den Vertragsärzten um eine wichtige dritte Säule weiter aus: Testungen in den Apotheken haben bereits begonnen – seit heute können alle Apotheken, die dazu bereit sind, landesweit Testungen anbieten“, erklärt Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU). „Mithilfe einer Allgemeinverfügung hat das Bayerische Gesundheitsministerium heute dafür die rechtlichen Voraussetzungen geschaffen und die Apotheker zur Durchführung von Antigen-Schnelltests beauftragt.“ Grundlage dafür ist die neue Testverordnung (TestV) des Bundes.

„Apotheken können bei asymptomatischen Personen mindestens einmal pro Woche einen kostenlosen Antigen-Schnelltest durchführen“, so Holetschek. Es sei zur Bewältigung der Corona-Pandemie entscheidend, möglichst umfassend zu testen, um Infektionen frühzeitig zu erkennen und Ansteckungen zu vermeiden. „Daher brauchen wir ein großflächiges und möglichst niederschwelliges Test-Angebot.“ Der CSU-Politiker betont, dass die Teilnahme jedoch freiwillig sei. „Eine Verpflichtung der Apotheker, Gratis-Schnelltests anzubieten, besteht aber nicht. Die Testdurchführung ist freiwillig und es werden nur diejenigen Apotheken beauftragt, die sich gegenüber dem Bayerischen Gesundheitsministerium dazu bereit erklärt haben.“

Um dafür einen Anreiz zu schaffen, greift der Freistaat in die Kasse: Bis Ende Juni will er pro Monat 11,5 Millionen Antigen-Schnelltests beschaffen und stellt dafür 183 Millionen Euro bereit. Von März bis Mai sollen je 12,4 Millionen Selbsttests sowie 17,7 Millionen Selbsttests für Juni beschafft werden. Dafür werden 284 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Und dann kommen in den Monaten März und April 41 Millionen Euro für die Apotheken hinzu. So viel plant die Landesregierung für zusätzliches Honorar auszugeben: Statt 12 Euro für die Durchführung sollen in Bayern nämlich 15 gezahlt werden – „damit erhalten Apotheker für die Tests bei uns genauso viel wie Ärzte“, so Holetschek. Für das zusätzliche Honorar müssen die Apotheken laut Anlage zur Allgemeinverfügung keine weiteren bürokratischen Hürden nehmen: „Die KVB, die nach § 7 TestV die Abrechnung der Vergütung nach der TestV über das Bundesamt für Soziale Sicherung zulasten der Liquiditätsreserve des Gesundheitsfonds durchzuführen hat, hat sich bereiterklärt, auch den vom Freistaat gewährten Zuschlag gegenüber den Apothekerinnen und Apothekern abzurechnen“, heißt es da.

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