Seyfarth: Apotheker verdienen gleiche Vergütung wie Ärzte

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Berlin -

Wer nicht gerade in Bayern oder Sachsen-Anhalt wohnt, kriegt als Apotheker pro Corona-Schnelltest weniger als der Arzt nebenan. Der Hessische Apothekerverband (HAV) verlangt, dass das ein Ende hat: HAV-Vorsitzender Holger Seyfarth fordert eine Anpassung des Honorars an das der Ärzte.

„Für die Vorbereitung und Durchführung der Tests sind teils erhebliche Investitionen erforderlich, zudem schlagen laufende Vorhaltungskosten wie beispielsweise Miete für separate Räume, zusätzliches Personal, EDV, Hygiene und Schulungsmaßnahmen zu Buche“, so Seyfarth.

In Hessen biete mittlerweile rund jede fünfte Apotheke kostenfreie PoC-Antigen-Schnelltests an, so der HAV. Dafür hätten sie innerhalb kürzester Zeit umfangreiche Voraussetzungen schaffen müssen – der HAV fordere deshalb, diese Anstrengungen anzuerkennen und die Aufwandsentschädigung der testenden Apotheken derjenigen der Ärzte anzupassen. Bei denen wiederum sei die Bereitschaft zum Testen trotz höheren Honorars geringer als bei den Apotheken: Bislang würden erst wenige Arztpraxen Schnelltests anbieten, so der HAV.

Die Apotheken vor Ort seien deshalb unerlässlich bei der Umsetzung der Teststrategie des Landes und unterstützten noch mehr als bisher bei der Bekämpfung der Pandemie. Dass die Aufwandsentschädigung der Apotheken gleichwohl nur 12 Euro brutto beträgt, während Arztpraxen für die Durchführung eines Tests 15 Euro netto erhalten, hält Seyfarth für inakzeptabel: „Die Voraussetzungen zur Durchführung von Tests in Apotheken und Arztpraxen sind vergleichbar, ebenso wie das Infektionsrisiko des testenden Personals. Das Engagement der hessischen Apotheker muss daher jetzt gewürdigt und ihre Aufwandsentschädigung derjenigen der Ärzte angepasst werden.“

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