Apotheker: AstraZeneca-Kritik ist gezielte Kampagne

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Berlin - Apotheker Dr. Thomas Klose kann die Reaktion der Bundesregierung auf die neuen Meldungen von Sinusvenenthrombosen direkt nach der Corona-Impfung nicht nachvollziehen. Der Inhaber zweier Apotheken in Koblenz ist auch in der Forschung aktiv und hält das AstraZeneca-Vakzin für geeignet. Die bekannt gewordenen Krankheitsfälle würden bewusst hochgespielt.

Klose hält den AstraZeneca-Impfstoff als Schutz gegen eine Infektion mit Sars-Cov-2 für geeignet: „Ich bin mir ganz sicher, dass es bald weiterlaufen wird“, sagt er. An den Daten sei zu wenig dran, um den Impfstopp durchzuziehen. Es sei unglaublich, was in den vergangenen Wochen versucht werde, um den Impfstoff schlecht zu machen. Er vermutet, dass die Meldungen gezielt von Interessenvertretern aus Wirtschaft und Politik gestreut würden.

Die aktuell gemeldeten Fälle der Sonderform von Hirnvenenthrombosen, die unmittelbar in zeitlichem Zusammenhang mit der Impfung von AstraZeneca stehen sollen, müssten in Relation zur insgesamt geimpften Masse stehen. Bis zum 11. März wurden dem Paul-Ehrlich-Institut (PEI) insgesamt elf Fälle unterschiedlicher thromboembolischer Ereignisse gemeldet – bei etwa 1,2 Millionen Impfungen. Zum 15. März gab es jedoch weitere Fälle in Deutschland, bei denen es sich – anders als zuvor – um Hirnvenenthrombosen handelt. Bislang seien sieben solche Fälle bekannt bei über 1,6 Millionen Impfungen in Deutschland.

Daten aus Schottland zeigten beispielsweise, dass der AstraZeneca-Impfstoff besser anschlage als das Vakzin von Biontech. „Das wollen viele aber nicht hören“, so Klose. Gemeinsam mit zwei Wissenschaftlern hat der Apotheker die Website „Coviduptodate“ zum Thema Corona aufgebaut. Professor Dr. Lothar Zöller ist Facharzt für Mikrobiologie, Virologie und Infektionsepidemiologie an der Universität Heidelberg, Professor Dr. Patrick Scheid ist Parasitologe und Infektionsbiologe an der Universität Koblenz-Landau. Die drei Experten stehen schon länger regelmäßig zu verschiedensten Themen in Kontakt und kamen auf die Idee, die Website ins Leben zu rufen. „Wir versuchen auch, lokal hier in Koblenz zu informieren.“

 

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