Impfstopp: „Katastrophe für Apotheken“

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Geimpft mit AstraZeneca: Apotheker sind froh über den Schutz vor einer Infektion mit Sars-Cov-2.
Foto: Anette Pust

Berlin - Der Impftermin stand fest – heute sollte eine Mitarbeiterin der Sankt Martin-Apotheke Meckesheim den Impfstoff von AstraZeneca erhalten. Nach dem plötzlichen Aussetzen wegen auftretender Sinusvenenthrombosen ist er abgesagt worden. „Das wirft uns zurück“, sagt Filialleiterin Anette Pust. Sie wurde Anfang des Monats geimpft und ist wie weitere Kollegen froh über den Schutz.

Am 1. März erhielt Pust ihre erste Schutzimpfung. „Ich bin froh und immer noch dankbar dafür“, sagt sie. Die Apothekerin ist nicht nur in der Offizin tätig, sondern besucht auch Kinderbetreuungseinrichtungen und führt dort Schnelltests durch. „Damit stehe ich deutlich beruhigter im Aerosolnebel bei den Covid-Schnelltests und in der Apotheke.“ Dass sie noch die spezielle Form der sehr seltenen Hirnvenenthrombose treffen wird, hält sie für unwahrscheinlich.

Ein Kollege sei dagegen vor vier Tagen geimpft worden. „Da macht man sich jetzt schon mehr Sorgen“, so Pust. Allerdings sei die Inzidenz so gering, dass sie keinen Grund für Panik sieht. Im Gegenteil. Die Apothekerin hält das Aussetzen des Impfens mit dem Vakzin von AstraZeneca für eine Katastrophe für Apotheken und Deutschland. Gerade weil das „normale Leben“ wieder anlaufen solle, seien viele Kollegen zum Testen in Schulen und Kitas. Sie werde die Kollegin, die heute nicht wie geplant geimpft wird, aus Schutz vor einer Covid-19-Infektion nicht in die Einrichtungen schicken.

Das Testen sei aber gerade jetzt wichtig, sagt sie. „Wir Apotheken können uns nicht wegducken.“ Pust ist froh, dass die Apothekenmitarbeiter:innen, die testen, in Baden-Württemberg so früh geimpft wurden. Sie werde weiter vor Ort sein, auch wenn sie nicht wisse, wann und ob sie die zweite Impfung erhalte. Nach der ersten Spritze habe sie deutlich reagiert: „Ich war ganz schön kaputt und musste am nächsten Tag zu Hause bleiben. Ich bin normalerweise nie krank“, so die Filialleiterin. Sie hatte erhöhte Temperatur, gegen die auch die Einnahme von Paracetamol nicht geholfen habe. Zudem habe sie ihren Geruchssinn kurzzeitig verloren: „Ich konnte komischerweise keinen Schinken riechen.“

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