Neue Details vom PEI: Vor allem jüngere Frauen betroffen

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Berlin - Mehrere Fälle seltener Hirnvenenthrombosen führten zum Stopp der AstraZeneca-Impfungen. Nun gibt das zuständige Paul-Ehrlich-Institut (PEI) mehr Details bekannt: Fast alle Betroffenen sind demnach Frauen – und alle sind jung oder in mittlerem Alter.

Die sieben Fälle von Hirnerkrankungen, wegen denen die AstraZeneca-Impfungen ausgesetzt wurden, betrafen Menschen zwischen etwa 20 und 50 Jahren. Das teilte das PEI am Dienstag mit. Sechs davon hätten eine sogenannte Sinusvenenthrombose gehabt, sämtlich Frauen in jüngerem bis mittlerem Alter. Ein weiterer Fall mit Hirnblutungen bei Mangel an Blutplättchen bei einem Mann sei medizinisch sehr vergleichbar gewesen. „Alle Fälle traten zwischen 4 und 16 Tagen nach der Impfung mit dem Covid-19-Impfstoff AstraZeneca auf“, hieß es. Drei der sieben Betroffenen seien verstorben.

Zusammenhang „nicht unplausibel“

Alle zur Einschätzung herangezogenen Expertinnen und Experten seien einstimmig der Meinung gewesen, dass hier ein Muster zu erkennen und ein Zusammenhang der gemeldeten Erkrankungen mit der AstraZeneca-Impfung „nicht unplausibel“ seien, hieß es vom PEI. Ob tatsächlich ein kausaler Zusammenhang besteht, werde aktuell untersucht. Die Zahl der Fälle nach einer AstraZeneca-Impfung ist demnach statistisch signifikant höher als die Anzahl von Hirnvenenthrombosen, die normalerweise in der Bevölkerung ohne die Impfung auftreten: „Etwa ein Fall wäre zu erwarten gewesen, sieben Fälle waren gemeldet worden.“

Von den schwerwiegenden Hirnvenenthrombosen mit Blutplättchenmangel sei nicht die Altersgruppe betroffen, die ein hohes Risiko für einen schweren oder tödlichen Covid-19-Verlauf habe. Betroffen seien nicht Senioren, sondern Menschen in jüngerem bis mittlerem Alter. „Nach Gesamtbetrachtung und Erwägung der genannten Fakten hat das Paul-Ehrlich-Institut empfohlen, die Impfung mit dem Covid-19-Impfstoff AstraZeneca in Deutschland vorsorglich auszusetzen, um die Fälle weiter zu analysieren“, so das Fazit der Behörde.

Die Abwägung, ob der Impfstoff weiterhin genutzt werden kann, obwohl er möglicherweise diese sehr seltene Nebenwirkung verursacht, werde auf europäischer Ebene durch die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) und auf nationaler Ebene durch die Politik getroffen. EMA-Experten prüfen demnach im Verlauf der Woche, ob und wie sich die Erkenntnisse auf das Nutzen-Risiko-Profil des AstraZeneca-Impfstoffs und die EU-Zulassung des Impfstoffes auswirken. Mit einem ersten Ergebnis sei noch in dieser Woche zu rechnen.

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