„Apotheken-Zicken“ gegen Spahn

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Cordula Eichhorn von der Rathaus-Apotheke in Eppstein ärgert sich über Gesundheitsminister Jens Spahn – mal per Video, mal per Mail.

Berlin - Während Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) von Engpässen bei Grippeimpfstoffen nichts wissen will, spielen sich in Apotheke und Arztpraxen unschöne Szenen ab. Cordula Eichhorn, Rathaus-Apotheke in Eppstein im Taunus, schickt regelmäßig kurze Nachrichten an Spahn. Diesmal machte sie ihrem Ärger über dessen Aussagen zur Verfügbarkeit der Impfstoffe Luft.

So ziemlich jeden Tag schickt Eichhorn eine kurze Nachricht an Spahn, mal eine kurze Nachfrage zum Rx-Versandverbot, mal ein Vierzeiler zur Bonpflicht oder ein Hinweis auf die katastrophalen Folgen der AvP-Pleite. Wenn ihr etwas nicht passt, könne sie renitent sein wie ein Pitbull, wie sie augenzwinkernd sagt. Immerhin kümmerten sich die Apothekenteams – meist weiblich und in Teilzeit – nicht nur die Versorgung, sondern oft auch noch die Familie. „Wir werden ja zu Zicken gemacht.“

Mit Antworten auf ihre Mails rechnet sie schon lange nicht mehr – dass sie irgendwann in die Whatsapp-Gruppe von Team Spahn aufgenommen wurde, zeige immerhin, dass ihre Nachrichten irgendwo ankommen.

Jetzt hat sie doch einmal überraschend eine Antwort bekommen. „Liebes Team Spahn, was ist los bei Euch? Merkt Ihr wirklich nicht, was in der realen Welt so los ist?“, hatte sie vor zwei Wochen per Mail angefragt. „Es gibt flächendeckend keine Grippe-Impfstoffe und wenn Jens die Bevölkerung aufruft, sich impfen zu lassen , dann aber nicht geimpft werden kann, schafft dies Frustration und Angst!“

Ihr Appell: „Bitte hört damit auf! Jens soll endlich vernünftig werden und den Menschen sagen, dass ein Engpass besteht, aber bei Einhalten der AHA-Regeln alle ausreichend geschützt sind. Gern lade ich Euch ein, uns hier an der Basis zu besuchen, da Ihr scheinbar den Kontakt zu uns verloren habt!“

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