Apothekerverbände bleiben zweckoptimistisch

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Berlin - Der Großhandel nimmt jetzt Bestellungen für die nationale Reserve an, doch vor KW 47 soll nichts ausgeliefert werden. Vielerorts gibt es Engpässe bei Grippeimpfstoffen, die bis dahin von Ärzten und Apothekern irgendwie überbrückt werden müssen. Die Apothekerverbände versuchen zu beschwichtigen.

In Thüringen sind derzeit alle von den Arztpraxen im Land bestellten Impfdosen von den Apotheken ausgeliefert worden. Derzeit könne kein Nachschub bestellt werden, sagte der Vorsitzende des Landesapothekerverbandes Stefan Fink. Erst im November, wenn die von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) für Deutschland angeforderten Reserven einträfen, könnten Praxen wieder beliefert werden. Diese sollten sich aber beeilen, um ihren Bedarf rechtzeitig bei den sie beliefernden Apotheken anzuzeigen.

Noch sei es nicht so, dass flächendeckend bei den Arztpraxen keine Impfungen mehr möglich seien. „Meine Arztpraxen haben alle noch Impfstoff vorrätig“, sagte Fink. Zuvor hatte die Thüringer Allgemeine berichtet, dass in manchen Arztpraxen der Impfstoff für die Grippeimpfung ausgehe. Laut Fink haben einige Ärzte mehr Impfstoff als in den Vorjahren bestellt. In anderen Praxen sei aus der Erfahrung der Vorjahre heraus die Zahl der angeforderten Dosen errechnet worden. Diese reichten nun unter Umständen nicht aus.

In Bayern gibt es laut Nürnberger Nachrichten bereits Engpässe: Im Landkreis Forchheim sei „die Lage kritisch“. In Neumarkt gebe es schon Wartelisten. In Erlangen hofften die Apotheken auf Nachlieferungen. Der Präsident der Landesärztekammer, Gerald Quitterer, wird mit der Aussage zitiert, dass in Bayern viele Praxen noch nicht einmal die vorbestellten Impfstoffe komplett erhalten hätten. Nachbestellungen seien zwar möglich, jedoch zeitlich nicht absehbar. „Was wir nicht brauchen, sind Politiker, die in blinden Aktionismus verfallen und die gesamte Bevölkerung zur Grippeimpfung aufrufen ohne sicherstellen zu können, dass auch genügend Impfstoff vorhanden ist. Die Unruhe, die dadurch in unseren Praxen entstanden ist, ist enorm, wenig hilfreich und völlig unnötig!“

„Wir erleben einen Vorzieheffekt“, wird Thomas Metz, Sprecher des Bayerischen Apothekerverbands, zitiert. „Bereits sehr früh zu Beginn der Impfsaison wollen sich erheblich mehr Menschen impfen lassen, als in den Vorjahren.“ Die ersten Chargen seien bereits im September ausgeliefert worden – aber eben nicht alle auf einmal. „Der Impfstoff wird, bedingt durch aufwändige Produktions- und Freigabeprozesse, nach und nach ausgeliefert“, erklärt Metz. „Dies, verbunden mit der starken Nachfrage, kann aktuell zu Wartezeiten führen.“

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