Massiver Unmut: Hausärzte kritisieren Kassen

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Berlin - Massiver Unmut herrscht in vielen bayerischen Praxen wegen der unzureichenden Verfügbarkeit von Grippeimpfstoffen. Das teilte heute der Vorstand der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns (KVB) in München mit: Aus zahlreichen bayerischen Städten und Gemeinden erhalte man mittlerweile Rückmeldungen, dass keine Impfstoffe mehr verfügbar seien und dass von den Apotheken auf absehbare Zeit auch keine Bestellungen mehr entgegengenommen würden.

Der Vorstand der KVB – Dr. Wolfgang Krombholz, Dr. Pedro Schmelz und Dr. Claudia Ritter-Rupp – erklärte dazu: „Die Ankündigungen aus der Politik, wonach genug Impfstoff für alle zur Verfügung stünde, haben zu einem wahren Run auf die Praxen geführt. Fakt ist, dass die insgesamt geplanten Impfdosen nicht einmal dazu reichen werden, ein Drittel aller Menschen in diesem Lande zu impfen. Die Lage wird durch die vom Bundesgesundheitsministerium in Aussicht gestellten 6,5 Millionen zusätzlichen Impfdosen nicht wesentlich entspannt, da diese wohl auch bereits zum größten Teil vorreserviert sind. Insofern sollte jetzt aus gemeinsamer Solidarität der Schwerpunkt der Impfungen gemäß der Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts auf Menschen mit erhöhtem Risiko, wie über 60-Jährigen, chronisch Kranken oder Schwangeren liegen, die des Impfschutzes am dringendsten bedürfen.“

Aus Sicht des Vorstands der KVB wäre es Aufgabe der Krankenkassen, die den Sicherstellungsauftrag für die Impfungen haben, sich im Interesse ihrer Versicherten stärker einzubringen. Es läge in ihrer Zuständigkeit, auf eine schnellere Verfügbarmachung der vorhandenen Impfdosen zu drängen.

Auch das bayerische Gesundheitsministerium sei gefordert, die dort vorhandenen 550.000 zusätzlichen Impfdosen für die Praxen zeitnah zur Verfügung zu stellen. „Die Verantwortung dafür, dass viele Menschen wegen dem aktuellen Mangel an Grippeimpfstoffen unzufrieden sind, darf nicht bei den Praxen abgeladen werden. Diese leisten ihr Bestes, um ihre Patienten je nach Priorität zu impfen. Sie brauchen dafür jede erdenkliche Unterstützung und nicht auch noch bürokratische Hürden, wie zum Beispiel Regressdrohungen durch die Krankenkassen“, so der Vorstand der KVB.

 

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