4802 Impfungen: Digitales Impfzentrum trumpft auf

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Berlin - Die Stadt Holzgerlingen hat gezeigt, was bei der Impfkampagne möglich ist, wenn es genug Impfstoff gibt – und engagierte Leistungserbringer mit innovativen Ideen: 4802 Menschen wurden am Samstag beim dortigen Impfmarathon mit Vaxzevria immunisiert. Impfstoff und Prozesse kamen von Apotheker Dr. Björn Schittenhelm – knapp 24 Stunden war er auf den Beinen, aber es hat sich gelohnt, sagt er.

2 Minuten und 46 Sekunden: So lange dauerte eine Impfung vom Eingang bis zum Ausgang im Durchschnitt. „Und da sind schon die Fälle mit eingerechnet, bei dem Impflinge ein ausführlicheres Beratungsgespräch wollten. Das längste dauerte 55 Minuten“, betont Schittenhelm. Denn den Geimpften war freigestellt, ob sie sich eine nur sekundenlange Aufklärung zu den möglichen Nebenwirkungen haben wollen oder Bedarf nach einem umfangreicheren Beratungsgespräch hatten. „Wenn das jemand wollte, wurde der Arzt aus der Linie genommen, um das Gespräch zu führen. Damit wollten die Ärzte auch dem Vorwurf entgegenwirken, sie würden ohne ausreichende Beratung einfach durchimpfen.“

Mit der erreichten Zeit haben die Organisatoren des Impfzentrum ihre eigenen Erwartungen übertroffen, betont der Inhaber der Alamannen-Apotheke in Holzgerlingen. Geplant gewesen seien drei Minuten. Entsprechend ging es vor sogar noch zügiger voran als vorhergesagt: „Es brauchte am Anfang eine halbe Stunde, bis es sich eingeruckelt hatte, aber danach lagen wir immer mehrere Minuten vor der Zeit.“ Von morgens um sieben bis nachts halb zwei wurde am Fließband durchgeimpft, den Abschluss machte Holzgerlinges Bürgermeister Ioannis Delakos. Halb drei erhielt er die letzte Spritze des Tages.

4802 Impfungen wurden in der Zeit verabreicht – nicht ganz die 5000 Dosen, die Schittenhelm für die Aktion organisiert hatte, aber dennoch eine sehr gute Quote, wie er betont. Denn an mangelndem Interesse hat es nicht gelegen: Die 5000 Termine waren innerhalb von drei Tagen ausgebucht.

Die 200 nicht wahrgenommenen Termine kamen durch Impflinge zustande, die schlicht nicht erschienen sind. „Wir hatten eine No-Show-Rate von 3,6 Prozent. Ich habe hier im örtlichen Impfzentrum nachgefragt und die haben normalerweise um die 8 Prozent, also lagen wir auch da gut über dem Durchschnitt“, sagt Schittenhelm.

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