Pilotprojekt zum eRezept

DocMorris schnappt sich Hausärzte Lothar Klein, 23.10.2019 07:00 Uhr

Berlin - Jetzt folgt der zweite Streich: Nach der Kooperation mit dem Spitzenverband der Fachärzte Deutschlands (SpiFa) hat die niederländische Versandapotheke DocMorris eine weitere Zusammenarbeit mit den Hausärzten geschlossen. Dabei geht es ebenfalls um die Einführung des eRezepts in Verbindung mit AMTS. Offenbar setzt DocMorris darauf, über diesen Weg Vor-Ort-Apotheken als Kooperationspartner zu gewinnen. Im November soll bereits ein Pilotprojekt in Westfalen-Lippe starten. Damit gehen DocMorris und die Hausärzte bei der Einführung des eRezepts in die Offensive.

„Die Hausärztliche Vertragsgemeinschaft und DocMorris kooperieren zum eRezept. Der Deutsche Hausärzteverband und der Hausärzteverband Westfalen-Lippe unterstützen dieses Pilotprojekt zur digitalen Rezeptübermittlung. Ein Prüfmodul zur Arzneimitteltherapiesicherheit (AMTS) wird in einer zweiten Phase eingebunden“, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung. Durch die Verknüpfung der AMTS-Datenbank mit dem eRezept werde die Versorgung der Patienten verbessert, indem die Zahl unerwünschter Arzneimittelereignisse vermindert und die Effizienz in der Arzneimitteltherapie gesteigert werde. Das Projekt sei über einen Zeitraum von sechs Monaten geplant.

In Kooperation mit stationären Apotheken sollen in dieser Zeit die technischen Rahmenbedingungen evaluiert werden, die einen „bedürfnisorientierten Verschreibungs- und Dispensierprozess ermöglichen“. Ziel sei es, den Ärzten die digitale Verordnung von Arzneimitteln zu erleichtern, für Patienten die Handhabung zu vereinfachen und bei Apotheken eine breite Akzeptanz zu erreichen. „Nachdem der Gesetzgeber die telemedizinische Fernbehandlung zugelassen hat, stellt die Einführung des eRezepts eine konsequente Weiterentwicklung moderner, digitaler Versorgung dar. Mit Hilfe des gemeinsamen Pilotprojektes werden wir Technologie und Prozesse so gestalten können, dass diese der Versorgungsrealität in den hausärtzlichen Praxen auch wirklich gerecht werden“, sagt Dr. Axel Wehmeier, Vorstandsvorsitzender der HÄVG. In der Region Westfalen-Lippe wird ab November eine begrenzte Zahl von Hausärzten die Möglichkeit haben, Arzneimittel unter Nutzung einer qualifizierten elektronischen Signatur und der praxiserprobten IT-Infrastruktur der Firma eHealth-Tec digital zu verordnen. Die Tochter von Zur Rose ist auch beim Modellprojekt der TK in Hamburg an Bord.

„Für Hausärztinnen und Hausärzte ist wichtig, dass durch das eRezept kein zusätzlicher Aufwand entsteht, sondern der Versorgungsalltag erleichtert und die Zusammenarbeit zwischen Ärzten und Apotheken verbessert wird. Das nützt nicht nur uns, sondern vor allen Dingen unseren Patientinnen und Patienten“, ergänzt Anke Richter-Scheer, Vorsitzende des Hausärzteverbandes Westfalen-Lippe. Gesetzlich versicherte Patienten, die am Piloten teilnehmen möchten, erhalten anstelle eines Papierrezepts einen QR-Rezeptcode, den sie per App, E-Mail oder als Ausdruck wahlweise bei einer der teilnehmenden Vor-Ort-Apotheken oder bei DocMorris einlösen können.

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