Wie mich zwei PTA systematisch beklauten

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Berlin - Es ist ausgerechnet der Abend der Weihnachtsfeier, als Apotheker Johannes Falkner klar wird, dass er betrogen wurde. Und von wem. Plötzlich steht er vor einer menschlichen Tragödie und einem Schaden von knapp 140.000 Euro. Um Kollegen vor ähnlichem Unglück zu bewahren, schildert er die Vorgänge ausführlich gegenüber APOTHEKE ADHOC. Nur mit seinem echten Namen genannt werden möchte er nicht.

Als sich die Betriebsergebnisse seiner Apotheke innerhalb kurzer Zeit spürbar verschlechtern, begibt sich Falkner auf Spurensuche. Schnell ist klar, dass das Problem im Einkauf liegt. Die Großhandelsrechnungen des Hauptlieferanten passten nicht zu den Überweisungen des Rechenzentrums.

Er sucht, natürlich, zuerst bei den Hochpreisern. Und er wird schnell fündig. Zu einem Wachstumshormon Genotropin (Somatropin, Pfizer) gibt es keinen Verkauf. Der Beleg ist von einer Mitarbeiterin abgezeichnet. Es ist eine von Falkners besten Kräften, eine junge PTA. Der Apotheker lässt sich Bezugsnachweise von seinem Großhändler kommen und erhält eine erschreckende Liste: In etwa 50 Fällen wurden Wachstumshormone bestellt, in vier Fällen hat die PTA mit Einzellieferscheinen Spuren hinterlassen. Alle anderen wurden vernichtet, was eine Prüfung natürlich erschwert.

Die nächsten drei Tage arbeitet Falkner durch, vergleicht Bestellungen, Buchungen, Abgabevorgänge, den Bestand – und die Dienstpläne der mehr als 50 Mitarbeiter in allen drei Filialen. Kurz vor Weihnachten hat er Gewissheit: Bei allen Genotropin-Bestellungen war entweder die PTA oder ihre ebenfalls im Apothekenverbund beschäftigte Schwester im Dienst. Die Vorfälle erstrecken sich maßgeblich einen Zeitraum von zweieinhalb Monaten und über drei Filialen. Als Falkner eine der Schwestern auf ein fehlendes Wachstumshormon anspricht, hören die Bestellungen sofort auf.

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