Kooperation mit Laboren

PCR-Tests in Apotheken: Kaum gefragt, aber wichtig

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Berlin -

Antigen-Schnelltests gehören in vielen Apotheken mittlerweile zum Tagesgschäft – PCR-Tests sind dagegen weniger verbreitet. Betriebe, die die labordiagnostische Untersuchung anbieten, werden vor allem von Reisenden angefragt.

Dr. Milad Khosravani ist ein erfahrener Test-Apotheker. Er untersucht seine Kund:innen in Aachen seit Dezember und bietet in seinem Testzentrum bereits seit März PCR-Tests mit an. Dafür kooperiert er mit einem Labor aus Köln, das seine Teststelle täglich anfährt. „Die Proben werden auch am Wochenende und an Feiertagen abgeholt“, sagt der Inhaber der Karolinger Apotheke. Die Zusammenarbeit organisierte er selbst.

Die PCR-Tests würden primär von Urlaubern angefragt, so Khosravani. Nachdem sich die Lage im Ausland zuletzt etwas entspannt hat, habe auch die Nachfrage von Reisenden abgenommen. „Das wird im Herbst aber wieder an Fahrt gewinnen, sollten einzelne Bundesländer auf PCR-Tests für Nicht-Geimpfte bestehen“, sagt er. In Baden-Württemberg ist ab Montag eine PCR-Testpflicht für einige Veranstaltungen im Innenbereich geplant.

Auch Reiserückehrer benötigen mitunter einen PCR-Test. Khosravani verlangt für die Dienstleistung 30 Euro. Dazu kämen die Kosten des Labors in Höhe von 50 bis 60 Euro, das direkt mit den Kund:innen abrechne. Zudem können PCR-Tests direkt vor bei Kund:innen durchgeführt werden, die mit einem Schnelltest positiv auf Sars-Cov-2 getestet würden. Sie müssen nicht extra zum Arzt geschickt werden. In diesen Fällen werden die Kosten übernommen. In der Regel liege das Ergebnis nach 24 Stunden vor. Ist der Labortest positiv, werden Apotheke, Kund:in und Gesundheitsamt informiert.

Auch die Adler-Apotheke Straelen bietet PCR-Tests an. Inhaberin Julia Dickmann kooperiert mit einem Labor, das die nahegelegene Arztpraxis anfährt. Dadurch seien die Wege für die tägliche Abholung der Proben kürzer. Auch hier sind es vor allem Reisende oder Rückkehrer, die den Labornachweis benötigten. Von den Gesamtkosten von rund 80 Euro bleiben 20 Euro in der Apotheke.

Apotheken, die dem Zukunftspakt Apotheke von Noweda und Burda angehören, können die Organisation der PCR-Tests abgeben. Über die Plattform IhreApotheken.de werden Betriebe angezeigt, die die Dienstleistung anbieten. „Die Tests werden kaum nachgefragt“, sagt eine Inhaberin aus Sachsen. Sie ist aus verschiedenen Gründen nicht für eine direkte Bewerbung in der Apotheke. Zum einen werde der Nachweis kaum gebraucht. Zudem sei es ihr aus Termingründen zu heikel, denn wenn Reiserückkehrer das Ergebnis für ein bestimmtes Datum benötigten, müsse das Labor garantiert liefern. „Wir verweisen meistens an eine Arztpraxis.“ Wenn Kunden zeitlich flexibel seien, sei es kein Problem. Die Proben werden in ein Labor nach Düsseldorf geschickt. Die Apotheke verlangt einen Gesamtpreis von rund 100 Euro.

PCR-Nachweise gelten als „Goldstandard“ für die Diagnostik. Das bekannte Verfahren der Polymerasenkettenreaktion konnte schnell auch für den Erreger von Covid-19 genutzt werden. Das Ergebnis liegt je nach Auslastung des Labors nach bis zu 72 Stunden vor. Mit der Zeit entwickelten die Hersteller mobile Lösungen als Point-of-Care Diagnostik. PCR-Schnelltests können mit Hilfe mobiler Geräte vor Ort ausgewertet werden. Die Zeit bis zum Ergebnis ist geringer als bei der normalen PCR. So liegen die Ergebnisse binnen weniger Stunden vor. Die neuesten Geräte schaffen eine Analyse innerhalb von unter zwei Stunden.

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