Test-Apotheker grübeln über Preisfrage

, Uhr aktualisiert am 11.08.2021 14:28 Uhr
Weiter Testen? Apotheken hadern angesichts des Endes der kostenlosen Bürgertests mit der Fortführung der Dienstleistung.
Berlin -

Apotheken mit Teststellen müssen sich neu aufstellen. Mit dem Wegfall der kostenlosen Bürgertests ab Mitte Oktober dürfte sich die Nachfrage ändern – wie, ist allerdings schwer vorhersehbar. Während einige Inhaber:innen auf jeden Fall weiter Antigen-Schnelltests anbieten wollen, hadern andere noch. Vor allem die Preisfrage treibt sie um – denn welcher Betrag ist für die Dienstleistung „angemessen“?

Überzeugt von dem Nutzen der Antigen-Schnelltests für die Bevölkerung ist Apothekerin Mona Farhang. „Wir werden diesen Service tatsächlich weiterhin anbieten“, sagt die Inhaberin der City Apotheke in Ratingen. Die Teststrategie sei eine der wichtigsten Säulen in der Pandemiebekämpfung, ist sie überzeugt. „Wir haben in den letzten Tagen einige vollständig Geimpfte getestet, die komplett symptomfrei und dennoch positiv waren.“ Die Schnelltests ermöglichten, „die Gefahr“ schnell zu erkennen und die betroffenen Personen zu isolieren, damit nicht weitere Menschen wie Kinder, Schwangere oder Ungeimpfte angesteckt werden.

Welcher Preis – wie von der Bundesregierung gefordert – „angemessen“ sei, könne sie noch nicht sagen. „Das hängt von vielen Faktoren ab.“ Vor dem Angebot der kostenlosen Bürgertests wurde von Apotheken vielerorts um die 35 Euro pro Test verlangt. Wer ohne Voranmeldung kam, zahlte bis zu 40 Euro. Im März wurden die kostenlosen Bürgertests eingeführt. Anfänglich erhielten Apotheken 12 Euro je Test, dazu kamen bis zu 9, später dann bis zu 6 Euro für die konkret entstandenen Beschaffungskosten. Zum 1. Juli wurde die Vergütung für Testanbieter auf 11,50 Euro für Durchführung und Sachkosten gesenkt. Die Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) behalten einen prozentualen Anteil der Leistungsvergütung als Verwaltungskosten ein.

Apotheker Thomas Hengst aus Hessen testet unter anderem in einem Wohnmobil. Der Inhaber der Stern-Apotheke in Hüttenberg-Rechtenbach lässt noch offen, ob er weiterhin Antigen-Schnelltest durchführen wird. „Wir werden es ab dem 11. Oktober noch vier Wochen weiter anbieten“, sagt er. Für den Service werde er 15 Euro pro Test verlangen. „Danach entscheiden wir, ob wir es fortsetzen oder nicht.“

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